Aufstieg auch bei U21

Dahoud auf der Überholspur: Darf er gar zur EM?

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Mahmoud Dahoud (r.) mit den U21-Kollegen.

Rostow am Don - Mahmoud Dahoud hat mit seinem Debüt für die deutsche U21 seinen steilen Aufstieg fortgesetzt. Dem Gladbacher winkt nun Olympia - oder gar die EM?

Mahmoud Dahoud blieb nach seinem starken Debüt für die deutsche U21 gewohnt bescheiden. Von einem „schönen Gefühl“ sprach der 20-Jährige nach seiner Einwechslung gegen die Färöer (4: 1), er sei „froh, der Mannschaft geholfen zu haben.“ Kleine Worte eines großen Talents, das gerade den nächsten Schritt auf der steilen Karriereleiter geschafft hatte.

Seit Monaten glänzt Dahoud bei Borussia Mönchengladbach, nun durfte der in Syrien geborene Mittelfeldspieler nach Einsätzen in der deutschen U18, U19 und U20 endlich auch in der U21 sein Können unter Beweis stellen. Am Dienstag in Russland (19.00 Uhr MESZ/n-tv) wird er angesichts des Ausfalls von Julian Weigl (Borussia Dortmund) wohl erstmals von Beginn an auflaufen.

„Mo ist reingekommen und hat sofort die Bindung gehabt. Ich kenne ihn seit Jahren, daher war das nicht überraschend“, sagte DFB-Trainer Horst Hrubesch über den Neuling, der in Frankfurt/Main beim Stand von 1:1 kam und umgehend zur Schaltzentrale wurde: „Wir haben viele Spieler, die beweglich und technisch gut sind. Auch Mo hat das in der Liga schon nachgewiesen.“

Gut möglich also, dass Dahoud im Sommer mit zu den Olympischen Spielen nach Rio fahren wird. Hrubesch will zwar vor allem die Spieler nominieren, die vor einem Jahr das Brasilien-Ticket lösten - doch ein paar Plätze sind noch frei. Das verhindern könnte vor allem Bundestrainer Joachim Löw, wenn er Dahoud sogar zur EM nach Frankreich mitnimmt.

„Die Planungen für den EM-Kader laufen, junge Spieler aus der U21 stehen auch auf meiner Liste“, hatte Löw zuletzt erklärt, meinte in erster Linie aber wohl Leroy Sane (Schalke 04) oder Joshua Kimmich (Bayern München). Doch ganz ohne Chance dürfte auch Dahoud, der im Alter von neun Monaten mit seinen Eltern aus Syrien flüchtete und im Rheinland heimisch wurde, nicht sein.

„Die Nominierung für die U21 ist der nächste Schritt in meiner Karriere, eine Station vor der Nationalmannschaft sozusagen. Das ist etwas ganz Besonderes“, sagte Dahoud auf dfb.de. Dem Express sagte er: „Jeder Fußballer träumt davon, für die Nationalmannschaft aufzulaufen. Ich auch.“

Vielleicht aber käme die EM dann doch ein wenig früh für einen, der erst im September sein Startelf-Debüt in der Bundesliga gab. „Er muss auch noch erwachsen werden, damit er eine Führungsrolle übernimmt“, sagte Hrubesch in Frankfurt. Auch Gladbach-Coach Andre Schubert hatte zuletzt gefordert, „den Jungen einfach mal in Ruhe zu lassen.“

Das soll auch für andere Klubs gelten, zuletzt hatte es Spekulationen um ein Interesses des BVB gegeben. „Er ist ein begnadeter Fußballer, ein riesiges Talent“, sagte Sportdirektor Max Eberl, aber Dahoud solle in Gladbach „den nächsten Schritt machen.“ Ganz so also wie derzeit in der U21.

sid

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