Cupverteidiger fordert Über-Bayern

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Pep Guardiola und Dieter Hecking treffen nach dem Finale 2015 erneut im DFB-Pokal aufeinander. Foto: Andreas Gebert

15 von 18 Erstligisten stehen in Runde zwei des DFB-Pokals. Das Topduell ist die Begegnung zwischen Titelverteidiger Wolfsburg und Rekordgewinner Bayern. Die Underdogs hoffen auf Sensationen - und dürfen sich über nette Zusatzeinnahmen freuen.

Düsseldorf (dpa) - Lukrativ, sportlich immens reizvoll und für die Fußball-Underdogs höchstwahrscheinlich das Spiel des Jahres. Eine Partie der zweiten Runde des DFB-Pokals stellt alle anderen in den Schatten.

"Ich würde sagen: wie Champions League", kommentierte Bayern-Star Arjen Robben das Topduell des Rekordgewinners aus München bei Titelverteidiger Wolfsburg. VfL-Mittelfeldmann Maximilian Arnold erwartet am Dienstag (20.30 Uhr) "ein geiles Spiel".

Drei der 18 Erstligisten - Hoffenheim bei 1860 München, der HSV bei Carl Zeiss Jena und Ingolstadt in Unterhaching - erwischte es in Runde eins. Scheitern nun auch die in der Liga von Superlativ zu Superlativ eilenden Über-Bayern? "Wir sind Titelverteidiger, spielen zu Hause. Also sind wir leichter Favorit", glaubt Wolfsburg-Manager Klaus Allofs.

Trainer Dieter Hecking weiß aber, dass sein Team "einen Sahnetag" braucht, um gegen das Starensemble seines Kollegen Pep Guardiola zu gewinnen: "Ich bin da nicht so pessimistisch, wir wollen weiterkommen, Punkt." Ähnlich groß ist die Vorfreude bei Guardiola.: "Ich mag diesen Druck, mag diese K.o.-Spiele: Du bist weiter oder raus."

In vier der 16 Auseinandersetzungen sind die Rollen am wenigsten klar verteilt, weil Erstligisten unter sich sind. Wolfsburg gegen die Bayern und Darmstadt gegen Hannover am Dienstag, am Mittwoch dann treffen Mönchengladbach und Schalke in Gelsenkirchen aufeinander - drei Tage nach dem Liga-Heimerfolg der Borussia (3:1). Zudem misst sich Werder Bremen mit dem 1. FC Köln. Auf den Trainer-Novizen Stefan Effenberg wartet mit dem SC Paderborn nach zwei Zweitligaerfolgen der schwere Gang zum dreimaligen DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund.

Und die Kleinen? Die dürfen sich vor allem über willkommene Zusatzeinnahmen von 268 000 Euro freuen. Im Achtelfinale am 15./16. Dezember, dessen Paarungen am Sonntag bei "Sky" (19.30 Uhr) ausgelost werden, gibt es schon 527 000 Euro. Das sollte Ansporn genug sein, die Großen zu ärgern.

Aus der 3. Liga qualifizierte sich allein Erzgebirge Aue für die zweite Runde, in der die Veilchen am Dienstag auf den Bundesligisten Eintracht Frankfurt treffen. Die SpVgg Unterhaching, Tabellenfünfter der Bayern-Regionalliga, fordert den Bundesliga-Aspiranten RB Leipzig. Haching-Trainer Claus Schromm freut sich "brutal auf das Spiel gegen einen ambitionierten Zweitligisten. Von Anspannung kann jedoch eigentlich keine Rede sein. Für uns ist es ein absolutes Bonusspiel und ein Highlight."

Zwischen dem FSV Frankfurt und Hertha BSC sowie zwischen Mainz 05 und 1860 München kommt es in der ersten Hälfte der zweiten Runde zu Begegnungen von Erst- und Zweitligisten. "Löwen"-Torwarttrainer Kurt Kowarz, der bei der Pressekonferenz am Montag den frisch operierten neuen Chefcoach Benno Möhlmann vertrat, will das in der Liga noch sieglose Team über einen Pokal-Coup pushen: "Wir möchten uns von negativen Erlebnissen entfernen, um den emotionalen Zustand zu verbessern."

2. Liga unter sich heißt es in den Spielen VfL Bochum - 1. FC Kaiserslautern und 1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf. Die Franken als Tabellenzehnter und die Rheinländer (16.) sind im Ligabetrieb ebenso eine Enttäuschung wie die Lauterer auf Platz elf. Bochum fiel nach zuletzt drei Niederlagen in vier Partien auf Rang vier zurück.

Ansetzungen der 2. DFB-Pokalhauptrunde

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