Rückspiel im Champions League-Viertelfinale

„Eine magische Nacht“: Real beschwört den Mythos Bernabeu

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Im Hinspiel in Wolfsburg gab es für Christiano Ronaldo (M.) und Real Madrid nichts zu holen.

Madrid - Real Madrid will den VfL Wolfsburg im Champions-League-Rückspiel überrollen. Geht es schief, wäre es ein Desaster für die Königlichen.

Cristiano Ronaldo lässt seine makellosen Zähne blitzen, er hebt die Daumen, im virtuellen Trophäensaal funkeln die Champions-League-Pokale. In perfekter Inszenierung stellt der Superstar von Real Madrid vor dem Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg seine Zuversicht zur Schau - und er beschwört den Mythos Bernabeu. „Am Dienstag wird es perfekt. Eine magische Nacht! Mit elf Spielern auf dem Platz und 80.000 Zuschauern im Stadion werden wir es ins Halbfinale schaffen“, sagt Ronaldo in seiner zweiminütigen Video-Botschaft an „Millionen Fans weltweit“. 

"Müssen unsere Eier auf den Platz werfen!“ 

Immerhin 88 Minuten mehr haben der Portugiese und seine ebenfalls hochbezahlten Teamkollegen, um am Dienstagabend (20.45 Uhr/Sky) das blamable 0:2 aus dem Viertelfinal-Hinspiel beim in Spanien weithin unbekannten Bundesligisten zu drehen. „Wir müssen offensiv spielen, aber nicht kopflos“, forderte Reals Weltmeister Toni Kroos. „Wir brauchen die Fans, die uns mitnehmen, sie müssen voll da sein und alles geben.“ Lucas Vazquez formulierte es etwas plastischer: „Wir müssen unsere Eier auf den Platz werfen!“ 

Nach einem läppischen 0:2 haben die Königlichen das Duell selbstverständlich noch nicht abgeschrieben, die Liste der hohen Europapokal-Heimsiege ist schier endlos. Einige Beispiele, nur seit 2011: 8:0 gegen Malmö FF, 6:2 gegen Dinamo Zagreb, 5:1 gegen den FC Basel, unzählige Male 4:0 oder 4:1. All das würde reichen. Auch an ein 5:1 im Final-Hinspiel des UEFA-Cups 1986 gegen den 1. FC Köln und das legendäre 7:3 im Landesmeister-Endspiel 1960 gegen Eintracht Frankfurt, allerdings in Glasgow, wird in diesen Tagen gerne erinnert. 

Im Herbeireden ihrer Stärke jedenfalls sind die Königlichen weltklasse. „Die Mannschaft ist selbstbewusst, der Trainer ist selbstbewusst, die Fans sind es sowieso“, betont Ronaldo. Das lockere 4:0 gegen SD Eibar am Samstag, das dank eines Patzers des FC Barcelona sogar wieder Meisterschaftshoffnung brachte, war auch für den dreimaligen Weltfußballer ein kleines Aufbauprogramm. Er stieg zum ersten Spieler auf, der in sechs aufeinanderfolgenden Saisons der Primera Division 30 oder mehr Liga-Tore erzielt hat. Was der Schlüssel zum Halbfinal-Einzug sei, wurde Cristiano Ronaldo anschließend gefragt. „Früh treffen, viel laufen“, antwortete er knapp: „Hala Madrid!“ Kroos assistierte: „Kein Gegentor kassieren“, sonst werde es schwierig. 

Kriegserklärung an Wolfsburg

Das Undenkbare jedenfalls hat in den Köpfen keinen Platz. „Am Dienstag ist Krieg! Wir werden aufs Feld laufen, um Wolfsburg zu überrollen“, sagte Abwehrspieler Dani Carvajal. Ein Aus, gegen den kleinen VfL Wolfsburg zumal, wäre eine Blamage, die weder die Fans noch die Presse der Mannschaft verzeihen würde. Für Trainer Zinedine Zidane wäre es ein erheblicher Makel, der seine Zukunft auf der Bank des Rekordmeisters unwahrscheinlicher erscheinen ließe. 

„Wir mögen schwierige Herausforderungen“, sagte Zidane jedoch: „Zur Halbzeit sollte es nicht 0:0 stehen. Wir müssen mutig, aber vernünftig sein.“ Er verordnete seiner Mannschaft gegen Eibar Schonung. Kroos blieb draußen, auch Torhüter Keylor Navas, Gareth Bale und Karim Benzema.

sid

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