"Überlegung aktueller denn je"

Beendet diese Bundesliga-Reform die Bayern-Dominanz?

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Ein gewohntes Bild: Die Bayern mit der Meisterschale.

München - Der FCB marschiert von Sieg zu Sieg und fuhr im Sommer die vierte Meisterschaft in Folge ein. Offenbar gibt es aber Pläne für eine BL-Reform, die die Liga wieder spannender machen könnte.

Der FC Bayern München hat seine spielerische Dominanz der vergangenen Jahre noch nicht so recht wieder gefunden und marschiert dennoch von Sieg zu Sieg. Die Konkurrenz sieht nach unkonstanten Leistungen bislang nur die Rücklichter. Sollten die Bayern auch in diesem Jahr ohne größere Ausrutscher bleiben, so wäre die fünfte Meisterschaft in Folge nur noch Formsache. 

Doch schon bald könnte der Dominanz des Liga-Krösus ein Ende gesetzt werden. Schon im Jahr 2013 hatte der Ex-Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser, mit dem Vorschlag zur Einführung von Play-offs zur Ermittlung des Deutschen Meisters für Aufsehen gesorgt, wurde aber für seine visionäre Haltung nur belächelt. Nun scheint das Thema aber angesichts der drückenden und andauernden Bayern-Dominanz wieder im Fokus zu stehen.

Holzhäuser: "Die Überlegung ist aktueller denn je"

Ex-Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser ist für eine Reform der Bundesliga.

Der Vorschlag des früheren DFB-Sekretärs und DFL-Geschäftsführers Holzhäuser im Jahr 2013: Zwei Halbfinal-Spiele zwischen dem Ersten und Vierten sowie dem Zweiten und Dritten, darauf folgend ein echtes Endspiel um den Meistertitel zwischen den Siegern der beiden Halbfinals. Gegenüber dem kicker bestätigt Holzhäuser nun diese Pläne.

"Die Überlegung, nach Abschluss der Punktrunde die ersten vier Plätze in der Bundesliga auszuspielen, ist aktueller denn je zuvor! Auf Dauer ist die Dominanz eines Klubs nicht gut für den Wettbewerb. Auch den großen Partnern der Bundesliga ist es nämlich nicht egal, wenn - pointiert ausgedrückt - schon Ende Oktober feststeht, wer Meister wird", so Holzhäuser.

"Erlöse erzielen, die man vernünftig einsetzen könnte"

Eine Idee, die auch bei Ex-Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen bereits Anfang Juni 2016 auf offene Ohren gestoßen war. Dieser hatte gegenüber Sport Bild im Hinblick auf solche Play-off-Spiele gemeint: "Ich habe das damals als Blödsinn abgetan. Aber heute muss man wirklich darüber nachdenken. Früher wurden Meisterschaften oft erst am letzten Spieltag durch das Torverhältnis entschieden", sagte der 67-Jährige.

Die Reformen, die von Holzhäuser ins Spiel gebracht wurden, könnten also in Teilen der Liga durchaus auf Akzeptanz stoßen. Ob der FC Bayern damit einverstanden wäre, darf zumindest bezweifelt werden. Holzhäuser sieht in einer möglichen Reform aber noch einen weiteren Vorteil: "Mit der Vermarktung der Halbfinal- und Endspiele lassen sich auch Erlöse erzielen, die man vernünftig einsetzen könnte."

Auch Reform des DFB-Pokals in Aussicht

Ebenfalls heiß diskutiert wird derzeit eine Reform des DFB-Pokals, für die sich auch die Bundesligisten ausgesprochen hatten. Dazu Holzhäuser: "Ich glaube, dass eine Setzliste wie im Tennis immer noch Sinn macht", sagte er am Sonntag. Außerdem forderte er, die Pokalspiele und auch das Finale grundsätzlich an Wochentagen auszutragen: "Ich kann es bis heute nicht nachvollziehen, warum wegen der Pokalspiele der komplette Spielbetrieb Pause machen muss."

Selbiges gelte für das Finale der Champions League, das seit einigen Jahren an einem Samstag ausgetragen wird. "Da darf dann in ganz Europa nicht gespielt werden. Stattdessen werden die nationalen Spieltage derart zusammengedrückt, dass keine Erholungsphasen für die Spieler mehr zu finden sind", meint der 66-Jährige.

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sdm

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