UEFA Europa League

Klopp endlich befreit vom Hype - und kündigt Pfeffer an

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Liverpools Coach Jürgen Klopp ist froh, dass der Hype um seine Rückkehr zum BVB vorbei ist

Dortmund - Die Last des Hypes ist von Jürgen Klopp abgefallen - und er hat eine exzellente Chance, mit dem FC Liverpool seine alte Liebe Borussia Dortmund aus der Europa League zu werfen.

Kurz vor Mitternacht ließ Jürgen Klopp einen Seufzer der Erleichterung los, er umarmte im Presseraum alte Freunde und schlenderte durch das BVB-Museum aus dem Stadion in die Nacht. Der Hype um die Rückkehr des Meistertrainers zu Borussia Dortmund war überstanden, die Anspannung fiel ab - nun kann es endlich wieder um Fußball gehen.

„Da ist richtig Pfeffer drin. Jetzt brennt Anfield!“, sagte der Teammanager des FC Liverpool nach dem 1:1 bei seiner alten Liebe im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League begeistert. „Das wird geil, das wird richtig lässig. Da geht die Post ab! Jeder, der eine Karte bekommen hat, kann sich freuen.“

Selbstverständlich aber kam nach dem emotionalen Wiedersehen erst einmal die unvermeidliche Frage im Dutzend: Wie war es denn nun in der alten Heimat? Klopp wurde bei der Antwort dann doch ein wenig sentimental. „Es war schön“, sagte er und schob sich die Brille zurecht. „Dieser leise, respektvolle Applaus, danke dafür, das war genau richtig und angemessen. Da muss keiner singen oder ausflippen oder noch zehn Jahre später erzählen, was für ein toller Typ ich bin.“

Watzke "öffnet Büchse der Pandora"

Allzu euphorische Liebesbezeugungen hatten sich beide Seiten der Professionalität wegen verkniffen. Weder wollte sich Klopp von der Südtribüne feiern lassen, noch waren dort Plakate zu sehen oder lobpreisende Choräle zu hören.

Vor dem Spiel wusste er selbst nicht so recht, wie er sich verhalten sollte, er winkte schüchtern zur „Gelben Wand“ herüber - das war's. „Erst Hans-Joachim Watzke hat mit seiner Umarmung die Büchse der Pandora geöffnet“, berichtete Klopp - es wurde einfacher, mit den Emotionen umzugehen.

Remis zwischen dem BVB und den Reds: Bilder zum Spiel

Auch einige seiner früheren Spieler mussten zweimal hinschauen, als Klopp in der 36. Minute bei einem Gegentor für den BVB jubelte. „Es war schon seltsam, ihn in unserem Stadion gegen uns zu sehen“, sagte Kapitän Mats Hummels. Sven Bender berichtete anerkennend: „Liverpool hat jetzt komplett verinnerlicht, was Klopp von ihnen verlangt.“

Reds werden immer mehr zum Klopp-Team

Dementsprechend war der Meistertrainer stolz darauf, was er 65.848 Zuschauern in seinem alten Wohnzimmer präsentiert hatte: Seine neue Mannschaft beginnt, sich in ein Klopp-Team zu verwandeln. „Alle Experten haben erwartet, dass wir hier drei oder vier Stück kassieren. Rund ums 1:0 haben wir brettstark gespielt. Insgesamt haben wir es relativ gut gemacht“, sagte der 48-Jährige. Mit einigen Einschränkungen allerdings: „Wir haben ein paar Holzbälle gespielt - puh.“

Das 1:1 ist dennoch eine glänzende Ausgangsposition, von einer Dortmunder Favoritenrolle hat sich die Waage vor dem Rückspiel am Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1 und Sky) zu einem 50:50 geneigt. „Was für ein cleveres Kerlchen Klopp doch sein kann“, kommentierte die englische Boulevardzeitung The Sun am Freitag: „Er kehrte ins Westfalenstadion zurück und hatte einen besonderen Plan, seine alten Jungs im Zaum zu halten. Es funktionierte wunderbar.“

Das Rückspiel werde „mitreißend“ - und frei von Sentimentalitäten. Besonders diese Erkenntnis wird Jürgen Klopp sehr zusagen.

SID

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