Werkself träumt von erneuter Sensation

"Wer Pokalsieger werden will, muss Bayern schlagen"

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Szene aus dem letzten Duell zwischen Bayer und Bayern in der Liga am 6. Dezember 2014. Simon Rolfes klärt den Ball vor Thomas Müller und Arjen Robben.

Leverkusen - Nach fünf Bundesligasiegen in Folge mit 13:0-Toren ist Bayer Leverkusen auch vor den Bayern nicht bange. Die Werkself träumt vom großen Pokal-Coup gegen den Cup-Verteidiger.

Von Zurückhaltung und Ehrfurcht keine Spur: Bayer Leverkusen geht nach seiner jüngsten Erfolgsserie in der Bundesliga angriffslustig und selbstbewusst wie lange nicht mehr das Pokal-Viertelfinale gegen Titelverteidiger Bayern München an Mittwoch (20.30 Uhr/Sky und ARD) an. „Es schadet nicht, mit dem Wissen um die eigene Stärke in so ein Spiel zu gehen. Wir sind in einem guten Zustand und müssen die Waffen, die wir haben, gut einsetzen“, sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Folge mit 13:0-Toren voller Selbstvertrauen in die eigene Stärke.

Dass auf dem Weg zum angestrebten ersten Cupsieg seit 22 Jahren ausgerechnet der Rekordpokalsieger im Weg steht, lässt die Werkself nach außen kalt. „Wenn man mal etwas in der Hand halten möchte, muss man mal gegen die Bayern gewinnen“, so Schmidt ganz cool. Sein Sportchef Rudi Völler strahlt ebenfalls Optimismus aus: „Wir haben gesagt, dass wir den Pokal gewinnen möchten. Die Chance, den FC Bayern zu schlagen, ist in einem Heimspiel größer als auswärts oder im Finale.“ Am liebsten wäre Bayer nach den schlechten Erfahrungen in der Champions League, nicht ins Elfmeterschießen zu müssen.

Völler und Schmidt wissen indes, dass die Bayern eine andere Hausnummer sind als der Hamburger SV, gegen den sich Bayer am vergangenen Samstag 4:0 warmgeschossen hatte. Der Auftritt gegen den HSV hat Bayer aber noch einen zusätzlichen Schub gegeben, wie Kapitän Simon Rolfes verdeutlichte: „Wenn wir so spielen wie gegen den HSV, wird es auch für die Bayern schwer, gegen uns zu gewinnen. Vielleicht können wir Fußballgeschichte schreiben.“ Der 33-Jährige war bereits im März 2009 dabei, als Bayer auf dem Weg ins Finale im Ausweichquartier Düsseldorf die Münchner im Viertelfinale mit 4:2 ausschaltete.

Damals war auch Stefan Kießling schon dabei. „Wer DFB-Pokalsieger werden will, der muss die Bayern schlagen. Wir haben sie jetzt im Viertelfinale, wir hatten sie schon einmal vor ein paar Jahren im Viertelfinale zu Hause. Damals haben wir gewonnen und sind ins Finale gekommen“, sagte der wieder erstarkte Torjäger Sky Sport News HD.

Dass die Bayern auf die verletzten Arjen Robben, Franck Ribery, David Alaba und Bastian Schweinsteiger verzichten muss, könnte Leverkusen zusätzlich in die Karten spielen, wenngleich Schmidt sagte: „Die Bayern sind deshalb nicht einfacher zu schlagen.“ Der Respekt ist gegenseitig, Bayern-Trainer Pep Guardiola betonte am Tag vor dem Spiel erneut, für Bayer und Schmidt habe er von Beginn an viel „Bewunderung“ gehabt.

Und trotz der Personalsorgen hat sich Guardiola allem Anschein nach grenzenloses Vertrauen in seine Spieler. „Diese Gruppe will immer, sie will immer, das macht mich sehr stolz. Egal was passiert, egal wie wir spielen, unser Herz ist immer da“, sagte er über die Einstellung seiner Mannschaft. „Das ist ein Viertelfinale, da ist schon Pfeffer drin. Es ist ein K.o.-Spiel, da geht es auch ein bisschen um die Eier“, hatte Weltmeister Thomas Müller bereits betont.

Lamentieren will beim FC Bayern trotz der prominenten Ausfälle zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt freilich keiner. Es gebe „kein Ausreden“, betonte Guardiola, die vielen Verletzten seien vielmehr für ihn eine „Herausforderung“, eine Lösung zu finden. „Wir müssen uns anpassen.“ Davon abgesehen gehe es jetzt eh nur noch „um den Kopf, um das Herz, die Leidenschaft.“

SID

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