Von 72 auf 160 Millionen

Auslandsvermarktung: Bundesliga holt auf

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DFL-Chef Christian Seifert.

Einnahmen gesteigert, mit dem amerikanischem Netzwerk Fox und dem katarischen beINSports Verträge für fast 100 Länder abgeschlossen - die Auslandsvermarktung der Bundesliga wird immer wichtiger.

Jahrzehntelang lief die Auslandsvermarktung der Bundesliga so nebenher - das hat sich gründlich geändert. Inzwischen kann von einer Erfolgsgeschichte gesprochen werden, wenngleich im Vergleich zur englischen Premier League natürlich auch noch viel Luft nach oben ist.

Erst mit Gründung der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Dezember 2000 wurde das Augenmerk, höhere Erlöse für die Profivereine zu erzielen, auch auf das Ausland gerichtet. So kam die Liga, die nach und nach eigene Firmen zur Vermarktung im Ausland, zur Produktion englischsprachiger Zusammenfassungen und von „bunten“ Geschichten und Interviews gründete, von 2012 bis 2015 jährlich im Schnitt auf einen Erlös von 72 Millionen Euro. Ab der laufenden Saison steigen diese Einnahmen auf 160 Millionen. Angepeilt sind mittelfristig 250 Millionen.

Für Jörg Daubitzer, Geschäftsführer der DFL Sport Enterprises, ist der Wachstumssprung fast normal. Dem Bundesliga Magazin sagte er: „Wir konnten die Qualität der Top-Partner deutlich verbessern. Die Bundesliga ist jetzt überall auf Topsendern zu sehen.“

Zwar bleibt Sky wegen seines Engagements in Deutschland der wichtigste Partner der DFL. Aber im Ausland hält der Sender aus Unterföhring mal gerade die Rechte in Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Da ist der Abschluss mit der 21st Century Fox doch schon von einem anderen Kaliber. Fox übertrug das Supercup-Finale in alle 81 Länder, in denen sie jetzt die Rechte halten. Kein Wunder, dass DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sich freute: „Das ist der gemeinsame Aufbruch mit einem weltweit agierenden Partner, der den internationalen Stellenwert der Bundesliga und ihr anhaltendes Wachstum unterstreicht.“

Bundesliga weckt immer mehr Interesse

Woher rührt dieser steigende internationale Stellenwert? Für die DFL liegen die Argumente auf der Hand. 2013 kam es zum ersten deutschen Champions-League-Finale zwischen den Bayern und Dortmund. 2014 wurde Deutschland Weltmeister. Seit 25 Jahren fallen in Europa in der Bundesliga die meisten Tore - Spektakel scheint garantiert. Die Stadien, groß und modern, sind meistens gut gefüllt oder ausverkauft - Stimmung garantiert. Hinzu kommen die verstärkten PR-Reisen der Klubs auf andere Kontinente, die von der DFL finanziell unterstützt werden.

So kommt es, dass nicht nur die Amerikaner von Fox die Bundesliga entdecken. Auch der katarische Sender beINSports ist in diesem Jahr groß eingestiegen. Er hat für die nächsten fünf Jahre die gesamten Rechte für Australien und 24 Länder im Mittleren Osten und Nordafrika erworben. Außerdem sicherte sich der Sender für zwei Jahre die Frankreich-Rechte, wo er auf seinen diversen Kanälen seit Saisonbeginn an jedem Spieltag sechs Spiele live zeigt. Star Times (Subsahara, 49 Länder) und Eurosport (23 Länder) runden das Angebot zwar nicht ab, sind aber weitere wichtige Eckpfeiler in der Verbreitung von Bundesliga-Bildern.

Angesichts dieser Zahlen ist es sogar vorstellbar, dass das Saisoneröffnungsspiel Bayern München gegen den Hamburger SV tatsächlich in 208 Länder übertragen wurde. Da die FIFA 209 Mitgliedsverbände hat, bleibt die Frage, welches Land geschmollt hat. Viele tippen auf Nordkorea...

SID

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