Halbfinale der Europa League

„Albtraum von Sevilla“: Gomez nach Florenz-Pleite am Pranger

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Mario Gomez muss sich harte Worte anhören.

Der AC Florenz steht nach dem 0:3 im Halbfinal-Hinspiel beim FC Sevilla vor dem Aus in der Europa League. Besonders Stürmer Mario Gomez muss harsche Kritik einstecken.

Die Lobeshymnen der vergangenen Wochen waren kaum verhallt, da stand Mario Gomez in den italienischen Medien plötzlich wieder im Kreuzfeuer der Kritik. „Gomez verrät Florenz und sich selbst mit einer Leistung, die zum Vergessen ist“, schrieb der Corriere dello Sport nach der 0:3-(0:1)-Niederlage des AC Florenz beim FC Sevilla. Besonders der deutsche Nationalstürmer, zuletzt noch als „Super Mario“ bejubelt, stand nach der Pleite im Halbfinal-Hinspiel der Europa League am medialen Pranger.

„Das einzig Positive leistet er am Anfang der ersten Halbzeit. Doch man begreift schon nach fünf Minuten, dass dies nicht der richtige Abend für Mario ist“, schrieb die Gazzetta dello Sport und strafte Gomez mit der schlechtesten Note in seiner Mannschaft ab. Der 29-Jährige war nach Zuspiel von Joaquin vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht, hatte seinen Schuss jedoch etwas zu hoch angesetzt. Anschließend war der Torjäger, der zuletzt in der Serie A eigens für den Showdown in Spanien geschont worden war, quasi unsichtbar.

Florenz hofft auf ein Wunder im Rückspiel

Die Tageszeitung La Repubblica nahm neben dem „abwesenden Gomez“ immerhin noch ein „schwaches Mittelfeld“ in die Verantwortung. Dass der Ex-Münchner und - Stuttgarter bei seiner Auswechslung nach 80 Minuten nur auf magere 24 Ballkontakte kam, lag schließlich auch an fehlenden Zuspielen. „Wir hatten zwar gut begonnen, unsere erste Gelegenheit aber nicht genutzt. Danach ist es abwärtsgegangen“, sagte Kapitän Gonzalo Rodriguez. Trainer Vincenzo Montella klagte: „Das Glück war heute nicht auf unserer Seite. Ich hoffe, dass sich dies beim Rückspiel ändern wird.“

Vor eigenem Anhang braucht Florenz am Donnerstag allerdings ein kleines Fußball-Wunder, um den Traum vom Finale in Warschau (27. Mai) doch noch wahr werden zu lassen. Nach der „Albtraum-Nacht“ von Sevilla sah sich wohl nicht nur die Gazzetta dello Sport an Bayern Münchens schmerzhafte Pleite beim FC Barcelona erinnert: „Sevilla macht es wie Barcelona: 3:0 und Ciao Fiorentina“, verabschiedete das Blatt die Italiener schon einmal vorsorglich aus dem Wettbewerb.

Bei Florenz bemühte man sich trotz der scheinbar aussichtslosen Ausgangssituation darum, den letzten Funken Hoffnung am glimmen zu halten. „Im Fußball gibt es immer eine Möglichkeit. Wir hoffen auf eine Chance beim Rückspiel“, sagte Rodriguez und Montella meinte: „Mit mehr Vertrauen in unseren Fähigkeiten können wir das noch aufholen.“ Dafür braucht die Fiorentina allerdings sicherlich den wahren „Super Mario“.

SID

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