36 Verletzte bei Krawallen

"Wie in einer Kriegszone": Skandal bei Afrika Cup

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Polizeihubschrauber über dem Stadion in Malabo.

Malabo - Die Ausschreitungen beim Afrika-Cup schockieren Fans und Spieler. Äquatorialguineas Kapitän entschuldigt sich für die Anhänger des Afrika-Cup-Gastgebers. Auch beim Spiel um Platz drei sind dennoch Zuschauer zugelassen.

Bei den Zuschauer-Krawallen während des Afrika-Cup-Halbfinals zwischen Gastgeber Äquatorialguinea und Ghana (0:3) haben sich mindestens 36 Personen verletzt. 14 von ihnen seien in ein Krankenhaus gebracht worden, ein Fall benötige „genaue Beobachtung“, teilte der Kontinentalverband CAF am Freitag mit.

Die CAF-Disziplinarkammer verurteilte den Verband Äquatorialguineas wegen wiederholt „aggressiven Verhaltens“ zu einer Geldstrafe von 100 000 US-Dollar (knapp 87 800 Euro). Nach dem Viertelfinale musste der Gastgeber bereits 5000 Dollar zahlen. Zudem muss das Heimteam ein Spiel ohne Zuschauer austragen, allerdings nur wenn es erneut zu ähnlichen Vorfällen kommt. Diese Strafe sei „im Geiste von Fairplay und Brüderlichkeit“ vor dem Spiel um Platz drei zwischen dem Ausrichter und Kongo am Samstag nur zur Bewährung ausgesetzt worden.

Ghanas Verband (GFA) hatte zuvor deutliche Konsequenzen für den Gastgeber gefordert. „Es ist schade, dass diese dunkle Wolke unseren Erfolg überschattet, die afrikanische Konföderation (CAF) muss entschieden handeln“, sagte GFA-Präsident Kwesi Nyantakyi einem Bericht der „L'Équipe“ (Freitag) zufolge. „Diese Art von Verhalten ist nicht zu akzeptieren.“

Bilder: Ausschreitungen beim Halbfinale des Afrika-Cups

Bilder: Skandal bei Afrika-Cup

Der ghanaische Verband hatte die Szenen über seinen Twitter-Account als „barbarische Akte von Vandalismus“ und „grundlose Gewaltattacken“ beschrieben. „Es ist wie eine Kriegszone.“ Neun Minuten vor Ende der Spielzeit stand die Partie vor dem Abbruch. Anhänger Ghanas hatten sich in den Innenraum des Stadions in Malabo geflüchtet, um sich vor Wurfgeschossen der Heim-Fans in Sicherheit zu bringen. Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel, ein Hubschrauber schwebte wenige Meter über den Tribünen und dem Rasen. Erst als die Gäste-Fans aus dem Innenraum geführt worden waren, konnte das Spiel nach rund 35 Minuten in einem fast leeren Stadion beendet werden.

Spieler und Trainer zeigten sich schockiert. „Ich habe noch nie so etwas mitmachen müssen. Ich entschuldige mich im Namen meines Teams vor dem afrikanischen Verband CAF und der Welt“, sagte Äquatorialguineas Kapitän Emilio Nsue dem Magazin „The African Report“.

Ghanas Trainer Avram Grant diskutierte während der Unterbrechung lange und intensiv auf dem Platz mit Referee Eric Otogo und CAF-Funktionären. „Ich kann nicht sagen, dass ich nicht besorgt war“, sagte der Israeli. Auch sein Kapitän André Ayew zeigte sich bei Canal Plus „sehr enttäuscht, verbittert und nicht zufrieden“. Die ghanaische Regierung habe Fans extra einfliegen lassen. „Und dann gab es viele Verletzte“, bedauerte der Teamkollege von Augsburgs Abdul Rahman Baba. Dieser ist nach Angaben seines Clubs unversehrt geblieben.

sid/dpa

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