Nach positiven Doping-Befund

Sachenbacher-Stehle: Klage gegen Biathlon-Weltverband?

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Doping-Sünderin Evi Sachenbacher-Stehle.

Ruhpolding - Die verurteilte Dopingsünderin Evi Sachenbacher-Stehle erwägt eine Klage gegen den Biathlon-Weltverband IBU.

„Zunächst will ich, dass Ruhe einkehrt. Dennoch behalte ich mir rechtliche Schritte in Form einer Schadensersatzklage vor“, sagte Sachenbacher-Stehle der Sport Bild. Die IBU hatte die 34-Jährige nach einem positiven Dopingbefund bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi zunächst für zwei Jahre gesperrt, der internationale Sportgerichtshof CAS reduzierte die Strafe später auf sechs Monate.

Sachenbacher-Stehle, vor ihrem Wechsel zum Biathlon zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin, vermutet, dass der Verband an ihr ein Exempel statuieren wollte. Es sei „eindeutig bewiesen“, dass ihr positiver Dopingtest auf verunreinigtes Teepulver zurückzuführen war und „ich nicht absichtlich gedopt habe“, sagte die Athletin, die Ende November ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt hatte: „Trotzdem verhängte man die Maximalstrafe. Die IBU wollte ein Zeichen im Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln setzen und hat das auf meinem Rücken ausgetragen.“

Dieser Vorgang erzürnt Sachenbacher-Stehle noch heute. „Was man jetzt so hört über den Biathlon-Verband, da steigt die Wut in einem auf. Wenn die Vorwürfe stimmen, ist das eine unglaubliche Doppelmoral, mit der der Verband agiert“, sagte sie und spielt damit auf Untersuchungen der italienischen Staatsanwaltschaft an. Diese ermittelt seit längerer Zeit wegen angeblicher Dopingverstrickungen gegen den italienischen IBU-Vizepräsident Gottlieb Taschler und dessen Sohn Daniel.

Mit dem Biathlon hat die ehemalige Langlauf-Weltmeisterin derweil komplett abgeschlossen. „Ein Comeback schließe ich zu hundert Prozent aus“, sagte Sachenbacher-Stehle: „Ich habe ein neues Leben begonnen und studiere Ernährungsberatung, nebenbei mache ich im WSV Reit im Winkl Langlauftraining mit Kindern. Und irgendwann möchte ich auch Nachwuchs haben.“

Sachenbacher-Stehle war in Sotschi das verbotene Stimulans Methylhexanamin nachgewiesen worden. Am 17. Februar 2014 hatte es den positiven Test gegeben. Nach der Verkürzung ihrer Sperre hätte sie eigentlich schon im laufenden Winter wieder starten können, entschied sich jedoch dagegen. „Ich fühle mich nicht in der Lage, den Winter so zu bestreiten, dass ich meinen Ansprüchen genüge“, hatte sie gesagt: „Drei Monate Training fehlen, die letzten Monate haben sehr viel Kraft gekostet.“

sid

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