Auch Heidemann geht leer aus

Enttäuschendes EM-Wochenende für deutsche Fechter

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Emese Szasz (L) aus Ungarn und Britta Heidemann.

Montreux - Nichts wurde es mit einer deutschen Medaille an den ersten beiden Tagen der Fecht-EM. Auch die Topstars Britta Heidemann und Peter Joppich schieden früh aus.

Die Topstars Britta Heidemann und Peter Joppich mussten ihre Hoffnungen auf Edelmetall früh begraben - und auch eine Überraschungsmedaille blieb aus: Die deutschen Fechter haben bei der EM in Montreux ein schwarzes Auftakt-Wochenende erlebt. In den ersten vier Entscheidungen der Titelkämpfe in der Schweiz reichte es für die deutschen Athleten nicht einmal für einen Platz im Viertelfinale.

Am Samstag war für die Peking-Olympiasiegerin Heidemann (Degen) und den viermaligen Einzel-Weltmeister Joppich (Florett) jeweils in der Runde der letzten 32 Endstation gewesen. Einen Tag später kam für den zweimaligen Einzel-Europameister Jörg Fiedler (Degen) bereits in der Runde der letzten 64 das Aus. Da auch die anderen deutschen Starter leer ausgingen, wurde es nichts mit Edelmetall für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB).

„Die Ergebnisse sind natürlich ernüchternd. Wir sind nicht hierher gefahren, um um hintere Platzierungen mitzufechten“, sagte DFeB-Sportdirektor Sven Ressel: „Das ist schon ein bisschen frustrierend.“ Zum Abschluss der Einzelwettbewerbe am Montag liegen die Hoffnungen vor allem auf den deutschen Säbelfechtern. Das Weltmeisterteam von Kasan 2014 tritt dann im Einzel auf die Planche.

Noch immer von ihrer Achillessehenentzündung gehandicapt verlor Heidemann gegen die Weltranglistenerste und spätere Bronzemedaillengewinnerin Emese Szasz aus Ungarn 8:15 und belegte Platz 19. Für die gebürtige Kölnerin geht es nun in der Mannschaftsentscheidung am Dienstag um wichtige Punkte für die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

„Ich werde auf jeden Fall antreten und Vollgas geben“, sagte Heidemann dem SID: „Wir haben eine harmonische Mannschaft und warten noch auf das Platzen des Knotens. Es muss einfach mal klappen.“

Den Koblenzer Joppich ereilte gegen den Briten Richard Kruse das Aus. Der 32-Jährige verlor 5:15 und kam am Ende auf Platz 23. Ein kleiner Lichtblick waren im Herrenflorett lediglich die Auftritte der Bonner Moritz Kröplin und Andre Sanita. Als einzige deutsche Starter standen sie im Achtelfinale, verloren dort aber knapp. Kröplin wurde Zwölfter, Sanita belegte im Endklassement den 14. Rang.

Am Sonntag sorgte bei den Säbelfechterinnen immerhin die deutsche Meisterin Anna Limbach für eine gute Leistung. Nach ihrem 15:14-Sieg gegen die Vorjahresdritte Vassiliki Vougiouka (Griechenland) unterlag sie im Achtelfinale der Olympiazweiten und späteren Siegerin Sophia Welikaja aus Russland 12:15.

Bei den Degenherren verlor Fiedler gegen den Tschechen Andrei Timoce 14:15, Christoph Kneip, zuletzt Dritter beim Weltcup in Rio de Janeiro, schied in der Runde der letzten 32 gegen den Israeli Yuval Shalom Freilich mit 8:14 aus.

Wichtiger für die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio sind für die deutschen Fechter aber die Mannschaftswettbewerbe. Jedes für Olympia qualifizierte Team darf auch drei Starter im jeweiligen Einzelwettbewerb stellen.

sid

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