Viel Action, mäßige Resonanz

DTM-Neustart mit Licht und Schatten

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Mattias Ekström.

Hockenheim - Die DTM ist nach den tief greifenden Reglementänderungen zwar spannender geworden, wird im Saisonverlauf aber noch ein paar Gänge hochschalten müssen.

Dominierende Audis im Trockenen und im Regen, wilde Zweikämpfe auf und abseits der Strecke - aber auch viele leere Zuschauerränge und eine schwache TV-Quote: Die DTM ist nach den tief greifenden Reglementänderungen zwar spannender geworden, wird im Saisonverlauf aber noch ein paar Gänge hochschalten müssen.

Lediglich 710.000 Zuschauer verfolgten das Auftaktrennen am Samstag in der ARD. Das sind 380.000 weniger, als das Erste im Schnitt in der Saison 2014 verzeichnete. De facto bewegt sich die DTM damit auf dem Level der Qualifying-Übertragungen aus dem Vorjahr. Auch die insgesamt 75.000 Zuschauer an den beiden Renntagen wirkten im weitläufigen Hockenheimer Motodrom etwas verloren.

Wer aber zu dem Traditionskurs in Baden-Württemberg gekommen war, bekam einiges zu sehen. Das neue Format mit einem Wertungslauf am Samstag und einem zweiten Rennen am Sonntag bot spannenden Rennsport voller Gegensätze. „Man muss eine gute Mischung finden, also ein Auto finden, das in den kurzen Qualifyings, aber auch in den unterschiedlichen Rennlayouts voll funktioniert“, fasste Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein (Mercedes) zusammen.

Das Premieren-Wochenende zeigte, dass die Fahrer noch nach dem Schlüssel suchen. Am Samstag triumphierte Audi-Pilot Jamie Green (Großbritannien) im Trockenen und war „happy wie nie“, am Sonntag kam er als 13. nicht in die Punkteränge. Sein Markenkollege Mattias Ekström verpasste am Samstag als Zwölfter Zählbares, fuhr am Sonntag aber im Trockenen und im Nassen allen davon und freute sich über seinen 20. Rennsieg gewohnt nüchtern: „Wenn man als Erster im Ziel ist, ist man als Erster im Ziel. So einfach ist das.“

Die Audi dominierten zwar in der Spitze, doch bereits nach zwei Rennen wurde deutlich, dass sich in der Meisterschaft für alle Fahrer Möglichkeiten auftun, weil die Vielzahl von 18 Rennen Ausrutscher erlaubt. So belegten am Samstag in Pascal Wehrlein (Worndorf) und Paul Di Resta (Großbritannien) zwei Mercedes-Piloten die Plätze zwei und drei, auch BMW zeigte Präsenz durch Vorjahresmeister Marco Wittmann (Markt Erlbach), der am Sonntag zwischenzeitlich führte.

Spitzenreiter in der Meisterschaft ist Audi-Pilot Edoardo Mortara (Italien) nach den Plätzen zwei und vier mit „nur“ 30 Punkten - bei den nächsten Rennen am Lausitzring (30./31. Mai) kann sich das Bild an der Spitze bereits komplett wandeln.

Dass ein DTM-Wochenende mitunter „wie eine Achterbahnfahrt“ sein kann, weiß seit dem Auftakt am Hockenheimring niemand besser als Mercedes-Pilot Gary Paffett: Am Samstag wurde der Brite im Duell der Ex-Meister von Martin Tomczyk (Rosenheim/BMW) abgeschossen und schimpfte anschließend, der Oberbayer habe „hirnlos“ und „unprofessionell“ gehandelt. Am Sonntag fuhr Paffett im Regen von Platz 23 auf Postion drei vor - und überholte dabei auch Tomczyk problemlos und fernab jeglicher Kontaktgefahr.

Überhaupt stellte sich bei den Fahrern schnell ein Lerneffekt ein: Schieden am Samstag noch acht der 24 Piloten meist nach Kollisionen aus, brachten am Sonntag 22 Fahrer ihre Autos ins Ziel.

sid

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