Im Titelkampf angekommen

Schröder und die Hawks in neuen Höhen

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Dennis Schröder (r.) und die Atlanta Hawks befinden sich auf einem Höhenflug.

Atlanta - Der Höhenflug der Atlanta Hawks geht weiter. Das NBA-Team um Dennis Schröder hat mit dem 14. Sieg in Serie den Vereinsrekord eingestellt, gehört sogar zum Kreis der Titelkandidaten.

Wieder blieben Tausende Plätze leer. Selbst der Höhenflug der Atlanta Hawks kann nichts daran ändern, dass die Fans zu Hause bleiben. 15.045 Zuschauer waren dabei, als das Team um Dennis Schröder beim 110:91 gegen die Indiana Pacers den 14. Sieg in Serie feierte und den Vereinsrekord egalisierte. In Georgias Metropole hat sich noch immer nicht richtig herumgesprochen, dass die NBA-Basketballer ihre Liga aufmischen.

Ein solcher Lauf ist der Franchise zuvor nur einmal gelungen. In der Saison 1993/94 verbreitete das Team um den bis heute berühmtesten Hawks-Spieler, Dominique Wilkins, jede Menge Glanz. Einen Titel holte der Klub aber auch mit dem „Human Highlight Film“ nie - auch nicht, als er gegangen war.

Nun gibt es neue Hoffnung. Seit dem 26. Dezember setzte es keine Niederlage mehr, 28 der vergangenen 30 Spiele wurden gewonnen. Mit der Bilanz von 35:8 liegt Atlanta im Osten vorn, besser sind ligaweit nur die Golden State Warriors (34:6).

Dass es mit der zweiten NBA-Meisterschaft nach 1958 klappt, als das Team noch in Missouri unter dem Namen St. Louis Hawks spielte, ist nicht mehr auszuschließen - selbst wenn die Hawks ihre 20.300 Zuschauer fassende Philips-Arena auch künftig nicht komplett füllen würden.

Auch Nowitzki wundert sich

Vor der Saison war die Liste der Titelkandidaten lang. Meister San Antonio, Cleveland mit Rückkehrer LeBron James, Oklahoma und Chicago hatten die Experten auf dem Zettel. Golden State wurde genannt, oder die Clippers aus L.A. Aber Atlanta? Nein, an Atlanta dachte niemand.

„Dass die Hawks so loslegen, hätte ich nicht gedacht“, sagt auch Superstar Dirk Nowitzki. Der Würzburger gehört mit den Dallas Mavericks zum erweiterten Kreis der Titelanwärter. Dem Underdog musste sich aber auch der NBA-Champion von 2011 kurz vor Weihnachten beugen (102:105).

Wenn es ihn nicht gerade selbst erwischt, hat Nowitzki Freude an den Hawks. „Die haben eine super Truppe, eine tiefe Bank und einen guten Trainer. Es macht Spaß, denen zuzusehen, weil da einer für den nächsten kämpft“, sagt der 36-Jährige. Das Kollektiv hat sich in den Vordergrund gespielt, die „Falken“ fliegen nicht mehr unter dem Radar.

Dabei hat sich im Sommer nicht viel getan. Die Starting Five ist unverändert, es kamen drei Neue. An den großen Stellschrauben wurde nicht gedreht. Aber wie ist die Siegesserie dieser Mannschaft zu erklären, die im Vorjahr Achter der Eastern Conference wurde und zum Play-off-Auftakt an Indiana scheiterte?

Schröder lobt den Teamgeist

Dennis Schröder (21) hat eine Theorie. „Ich denke, das liegt an der Team-Chemie. Das sind alles sympathische Jungs hier, alle auf dem Boden geblieben“, sagte der Nationalspieler zuletzt sportschau. de: „Jeder hilft jedem, das zeichnet uns aus, und das sieht man halt auch auf dem Spielfeld. Es läuft wirklich super.“

„Das Team spielt uneigennützig. Wir hatten heute 30 Assists“, erklärte Mike Budenholzer nach dem Sieg gegen die Pacers. Der deutschstämmige Trainer darf wegen des Höhenflugs der Hawks den Osten beim Allstar-Game in New York betreuen, da sein Team zum Stichtag am 1. Februar bereits als Tabellenführer der Eastern Conference feststeht.

Die Hawks heben nicht ab, dazu gibt es keinen Grund. Die Siege sind nicht viel wert, wenn die Play-offs beginnen - abgesehen davon, dass es gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner geht. Im vergangenen Jahr gewann Oklahoma den Westen (59:23) und Indiana (56: 26) den Osten. Im Finale schlug San Antonio dann Miami.

SID

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