Favoriten, Neuerungen und TV-Übertragungen

Fragen und Antworten: Das müssen Sie zur 103. Tour de France wissen

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Chris Froome zählt zu den Favoriten der Tour de France 2016.

Paris - Die Tour de France ist der Höhepunkt der Radsport-Saison. Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten zur 103 Austragung.

WAS STEHT AN?

Vor der weltberühmten Abtei-Insel Mont-Saint-Michel in der Normandie fällt am Samstag der Startschuss zur 103. Tour de France. Wie schon 2013 und 2014 steht zum Auftakt kein Prolog, sondern eine vollwertige Etappe über 188 km an. Bis zum traditionellen Finale in Paris am 24. Juli sind insgesamt 21 Etappen und 3535 km zu absolvieren, zudem gibt es zwei Ruhetage.

WER SIND DIE FAVORITEN?

Alles deutet auf einen spektakulären Zweikampf zwischen dem britischen Titelverteidiger Chris Froome vom Team Sky und seinem kolumbianischen Herausforderer Nairo Quintana (Movistar) hin. Froome, der seinen dritten Tour-Sieg nach 2013 und 2015 anpeilt, gewann Mitte Juni die Generalprobe bei der Dauphiné und will in diesem Sommer Geschichte schreiben: Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt, dazu als erster Fahrer Olympia-Gold sowohl im Straßenrennen als auch im Zeitfahren. Herausforderer Quintana lag im Vorjahr als Tour-Zweiter nur 72 Sekunden hinter Froome, siegte ebenfalls bei seiner Generalprobe, der Route du Sud. Der zweimalige Tour-Sieger Alberto Contador (Spanien/Tinkoff) könnte sich in das Duell der beiden Topstars einmischen, hinter seiner Form steht aber ein Fragezeichen. Der frühere Tour-Champion Vincenzo Nibali (Italien/Astana) ist nach den Strapazen bei seinem Giro-Sieg kein Mann fürs Gelbe Trikot, wird seinen Landsmann und Teamkollegen Fabio Aru unterstützen.

WAS MACHEN DIE DEUTSCHEN FAHRER?

Vor allem auf den Flachetappen der ersten Woche ist einiges von ihnen zu erwarten - das Gelbe Trikot am ersten Tag ist in Reichweite. André Greipel (Lotto-Soudal) und Marcel Kittel (Etixx-Quick Step), der im Vorjahr bei der Tour fehlte, sind bislang in der Saison 2016 die stärksten Sprinter, damit wohl auch bei der Frankreich-Rundfahrt in den Massenspurts das Maß aller Dinge. Der dreimalige Weltmeister Tony Martin (Etixx-Quick Step) gehört zu den Favoriten im Kampf gegen die Uhr auf der 13. Etappe, Simon Geschke (Giant-Alpecin) ist nach seinem Etappensieg im Vorjahr in den Pyrenäen wieder ein Husarenstück zuzutrauen und John Degenkolb (Giant-Alpecin) nach seinem Unfall wieder in guter Verfassung. Kandidat für eine Top-20-Platzierung im Gesamtklassement ist der junge Emanuel Buchmann (Bora-Argon 18).

WELCHES SIND DIE HÖHEPUNKTE DER TOUR 2016?

Optisch sicherlich das Anrollen am Samstag vor der Kulisse des Mont-Saint-Michel. Die zweite Pyrenäen-Etappe führt am 9. Juli über den legendären Tourmalet, am 14. Juli liegt die Zielankunft auf dem Mont Ventoux, dem mythischen Giganten der Provence. Das Bergzeitfahren am 21. Juli nach Megève könnte im Kampf um Gelb vorentscheidend sein, am vorletzten Tour-Tag (23. Juli) werden auf der letzten Alpen-Etappe nach Morzine endgültig Fakten geschaffen. Das Finale auf den Champs-Élysées setzt den stimmungsvollen Schlusspunkt.

WAS IST IN DIESEM JAHR NEU?

Das Reglement ist nahezu unverändert. Lediglich bei den Bergwertungen gab es leichte Anpassungen. Bei Wertungen der 3. und 4. Kategorie werden weniger Punkte vergeben, bei der 4. erhält sogar nur der Sieger einen Zähler. Dies soll auf den ersten Etappen für mehr Action im Kampf um das Bergtrikot sorgen.

WO KANN ICH DIE TOUR DE FRANCE IM FERNSEHEN VERFOLGEN?

Die ARD überträgt täglich die entscheidende Rennphase, in Kombination mit Einsfestival und dem Livestream auf sportschau.de können Radsportfans die Etappen mit Start des internationalen TV-Signals in voller Länge verfolgen. Eurosport ist ebenfalls bei allen Etappen dabei, zeigt 80 Stunden Live-Bilder, dazu Hintergrund-Berichte und Magazine. Weltweit senden rund 100 TV-Anstalten in 190 Länder. Wir haben für Sie die TV-Übertragungen noch einmal zusammengefasst.

WAS GIBT ES ZU GEWINNEN?

Die Tour de France ist das bedeutendste Radrennen der Welt, entsprechend hoch sind auch die finanziellen Anreize. Wer in Paris im Gelben Trikot auf dem Podium steht, erhält eine Siegprämie von stolzen 500.000 Euro. Die Differenz zu den anderen Trikotwertungen ist enorm. Die Gewinner des Grünen und Gepunkteten Trikots müssen sich mit 25.000 Euro begnügen. Der beste Jungprofi im Weißen Trikot erhält 20.000 Euro, ein Etappensieg bringt 11.000 Euro. 50.000 Euro gibt es für den Sieg in der Mannschaftswertung, 20.000 Euro erhält der kämpferischste Fahrer der gesamten Tour.

WAS IST MIT DEM THEMA SICHERHEIT?

Hier gibt es zwei große Baustellen. Nach den Pariser Anschlägen im November 2015 herrscht in Frankreich weiterhin offiziell der Ausnahmezustand, die Terrorgefahr ist vorhanden. Mehr als 20.000 Polizisten und Sicherheitskräfte sollen die Tour schützen, aufgrund der Ausmaße ist eine totale Kontrolle aber nicht möglich. Zweites Thema sind die Begleitfahrzeuge: Nach schweren Unfällen mit Motorrädern im Jahr 2016 haben die Radprofis zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gefordert, die Tour-Veranstalter sind sensibilisiert.

WIE IST DIE LAGE IN SACHEN DOPING?

Derzeit erstaunlich ruhig. Im Weltsport ist Doping derzeit ein riesiges Thema, der russische Manipulations-Skandal führt zu erschreckenden Erkenntnissen. Betroffen sind derzeit aber vor allem Leichtathleten, Schwimmer und Wintersportler - im Radsport zeichnet sich derzeit kein großer Knall ab. Dort wird stattdessen das Thema Motordoping am intensivsten diskutiert.

sid

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