Gefallener Dopingsünder muss blechen

Zehn Millionen Dollar Strafe für Lance Armstrong

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Lance Armstrong muss 10 Millionen Dollar Strafe zahlen.

Dallas - Lance Armstrong hat im Jahr 2005 unter Eid gelogen, jetzt bezahlt er dafür. Ein Schiedsgericht verurteilte den Texaner zu einer Zehn-Millionen-Dollar-Geldbuße.

Lance Armstrongs Absturz von der Radsport-Legende zum geächteten Doping-Sünder war schon beispiellos, jetzt muss der 43 Jahre alte Texaner auch finanziell weiter für seinen systematischen Betrug bluten. Armstrong hat den Rechtsstreit mit der Versicherungsgesellschaft SCA verloren und muss gemeinsam mit der früheren Teambetreiber-Firma Tailwind Sports zehn Millionen Dollar (8,8 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen.

Die 2:1-Entscheidung eines Schiedsgerichtes im texanischen Dallas wegen Meineids trifft den gefallenen Helden hart. Ein Autor der angesehenen Zeitung USA Today schrieb sogar, es sei die höchste Strafe dieser Art gegen eine Einzelperson in der juristischen Geschichte der USA. Und es könnte nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Noch immer ist eine weitere Klage anhängig, und zwar die größte. Die US-Bundesregierung möchte gegen Armstrong etwa 100 Millionen Dollar erstreiten. Das durch die staatliche Post zwischen 1999 und 2004 gesponserte US-Postal-Team und damit in erster Linie auch Anteilseigner Armstrong soll sich der arglistigen Täuschung schuldig gemacht haben. So lautet der Vorwurf.

Der einstige Patron der Tour de France glaubt nicht daran, den Fall verlieren zu können. Aber er dachte ja auch, dass er um die Geldbuße im Streit mit SCA-Promotions herumkäme. „Niemand kann ernsthaft argumentieren, dass US Postal ein Schaden entstanden ist, denke ich. Sie haben mit dem Deal eine Menge Geld gemacht und bekommen, was sie ausgehandelt hatten. Ich habe mir den Arsch aufgerissen für sie - und ich bin stolz drauf“, sagte er zur Sache vor einigen Monaten bei CNN.

Das aktuelle Beispiel sorgte bei SCA naturgemäß für Erleichterung. SCA-Anwalt Jeff Tillotson nannte Armstrongs Verhalten „empörend“, denn er habe auch vor dem Schiedsgericht nicht die Wahrheit gesagt. „Wir sind sehr zufrieden“, ließ sich SCA-Gründer und Präsident Bob Hamman zitieren: „Es ist schwer zu beschreiben, wie viel Schaden Lance Armstrongs Lügennetz angerichtet hat, aber das ist ein guter Anfang.“

Endgültig vorbei ist der Prozess allerdings noch nicht. Ein texanisches Gericht muss den Schiedsspruch erst noch für rechtsverbindlich erklären. Angestrengt hatte SCA das Verfahren, weil Armstrong 2005 unter Eid bestritten hatte, jemals gedopt zu haben. Das Panel in Dallas erklärte schriftlich, Armstrong habe bewusst gehandelt, um Millionen von Dollar zu bekommen, und keine Reue gezeigt.

Denn SCA hatte infolgedessen im Jahr 2006 7,5 Millionen Dollar für Armstrongs inzwischen aberkannten Siege bei der Tour de France zahlen müssen, weil sie die Lüge damals nicht nachweisen konnten. Bis zuletzt versuchte der Texaner auf juristischem Weg, die Rückzahlung zu verhindern. Armstrong argumentierte, mit dem Unternehmen sei eben 2006 bereits Einigkeit erzielt worden. Das Gericht war anderer Meinung.

„Beispiellos“, schimpfte Armstrongs Anwalt Tim Herman in der USA Today: „Kein Gericht oder Schiedsrichter hat jemals eine Sache, die freiwillig niedergelegt worden war, wieder eröffnet.“ Herman will das Urteil auch jetzt noch nicht hinnehmen.

SID

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