ZiSch

Warum verlieren wir unsere Jugendlichen an den IS?

ZiSch-Reporterin führt Gründe für die Radikalisierung auf.

Von Dinah Berghaus, Albert-Schweitzer-Schule

Die Attentäter von Paris waren ausschließlich junge Männer, der jüngste war gerade mal 20 Jahre alt. Sie alle kamen aus Frankreich mit arabischen Migrationshintergrund, die in Vororten von Brüssel und Frankreich aufwuchsen. Sie hatten nur gelegentlich einen Job oder waren arbeitslos. Was bringt junge Männer und Frauen dazu, sich dem IS anzuschließen?

Jeder Jugendliche hat seine eigene Geschichte! Das können Diskrimierungserfahrungen wegen ihrer Religon oder Herkunft sein, frustrierende und oftmals erfolglose Suche nach einem Ausbildungsplatz, mangelnde soziale Kontakte in der Gesellschaft oder auch das Fehlen einer Vaterfigur.

Sind auch hier in Deutschland Jugendliche gefährdet, in die Hände skrupelloser Salafisten zu gelangen, die auch junge Menschen für den IS anwerben? Ja, denn sie vermitteln den Jugendlichen die fehlenden Strukturen in ihrem Leben, um sie an sich zu binden, in Form von Zugehörigkeit einer Gruppe, feste Regeln sowie gemeinsame Ziele.

Deutschland hat den Bedarf an Präventionsmaßnahmen erkannt und im Jahr 2012 die Beratungsstelle Radikalisierung eingerichtet. Vier etablierte Organisationen, darunter auch die Beratungsstelle namens Hayat in Bonn und das Violence Prevention Network aus Berlin, kümmern sich in Kooperation mit der Beratungsstelle um radikalisierte Jugendliche.

Oft ist die Radikalisierung bereits in vollem Gange, wenn sich Angehörige an die Einrichtung wenden. Deswegen wäre es wichtig, bereits in Schulen auf die Problematik aufmerksam zu machen. Der Ansatz liegt im Schulalltag, die Abgrenzung von Jugendlichen sollte von ausgebildeten Fachlehrern und Sozialarbeitern früh erkannt werden.

Auch Schüler und Eltern müssen auf Ausgrenzung früh reagieren. Es wäre auch mit Sicherheit hilfreich, muslimischen Religionsunterricht einzuführen, um den radikalen Gedanken der Salafisten und Dschihadisten durch Aufklärung entgegenzuwirken. Es ist ebenso wichtig, den Flüchtlingen in Deutschland eine Perspektive aufzuzeigen.

Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich wie in Frankreich und Brüssel Ghettos bilden, außerdem sollten die Flüchtlinge schnell die Möglichkeit haben, hier Arbeit zu finden. Es liegt in unserer Macht jeden mitzunehmen, egal welcher Herkunft, Religion und Weltanschauung, so dass sich jeder als Teil der Gesellschaft fühlen kann.

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