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Tyson Fury stößt Klitschko vom Thron

Der junge britische Boxer hat die Sensation geschafft.

Von Kevin Brechmann, 8d, Albert-Schweitzer-Schule

Der 27-jährige Brite Tyson Fury besiegt den zwölf Jahre älteren Wladimir Klitschko mit einem einstimmigen Punktsieg. Zwei Ringrichter werten mit 115:112, einer mit 116:111. Der Ukrainer verliert seine WM–Gürtel der Verbände WBA, WBO und IBF vor rund 45 000 Zuschauern. Neuneinhalb Jahre war Klitschko Weltmeister. Seinen letzten Kampf verlor er 2004: Ein überraschendes Ende in seinem 28. WM–Kampf.

Henry Maske äußert bei RTL: „Klitschko war nicht fähig, mal drei harte Hände durchzubringen. Da muss er sich fragen: Was war in der Vorbereitung nicht optimal?“

Bruder Vitali sagt: „Wladimir muss seine Chance nutzen, eine schnelle Revanche zu bekommen.“ Dass es einen Rückkampf gibt, wurde vor dem Fight bereits vertraglich festgelegt. Dieser wird wohl in Manchester stattfinden.

Ob der Box–Riese Fury (2,06 m), der seinen 25. ungeschlagenen Boxkampf hinter sich gebracht hat, sich vor dem Rematch auch wieder äußerst gekonnt als charmantes Großmaul zeigt, bleibt offen. Bei einer Pressekonferenz, in der er sich als Batman verkleidet, sagt er: „Wladimir hat das Charisma einer Unterhose. Er ist der mit dem Ruhm, ich werde der mit den Gürteln sein.“ Schon nach der ersten Runde, reißt er als Sieger die Arme hoch. Er redet ständig durch seinen Mundschutz auf den Ukrainer ein und lässt immer wieder provozierend die Deckung unten.

Nach dem Kampf betont Klitschko im Interview: „Ich war sehr gut vorbereitet. Tyson hat Gas gegeben. Ich habe nicht geglaubt, dass er es schafft. Mir hat die Schnelligkeit gefehlt. Auch die Reichweite hat eine große Rolle gespielt. Ich habe es wirklich versucht, aber es hat nicht funktioniert. Ich habe gewusst, dass ich hinten liege und die richtigen Schläge finden muss.“

Klitschko zeigt sich als fairer Verlierer. Auf die Frage nach dem Rematch antwortet er: „Ich muss erst alles verarbeiten, aber es wird ein Rematch geben.“ Seine Karriere geht auf jeden Fall weiter.

Fury bedankt sich bei Klitschko, gegen ihn geboxt haben zu dürfen. Im Interview mit Florian König sagt er von Gefühlen überwältigt: „Die Kraft von Jesus Christus hat mir heute geholfen. Ich danke ihm. Ein Traum wird wahr. Ich bin einfach sprachlos. Es ist schwierig im Ausland zu kämpfen. Auch in der letzten Runde war ich nicht sicher, ob ich es geschafft habe.“

Nach seinem Interview singt der neu gekürte Weltmeister spontan für seine Frau im Ring eine Adaption von „Don't wanna miss a thing“.

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