ZiSch

Der Krebs verlief tödlich

ZiSch-Reporterin berichtet von einem schweren Schicksal.

Serena Ticha Fri, 10 A/C, Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Wenn monatelang die Menstruation aussetzt und man von Schmerzen geplagt wird, fällt der Verdacht oft auf eine Schwangerschaft. Daraufhin folgende Blutungen weisen auf eine Fehlgeburt, doch sehr selten fällt der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs.

Ich begleitete die recht junge Evelyn, die von der Diagnose bis zum Ende ihres Leidens bei ihrer Familie wohnte. Es fing mit dem drei monatigem Aussetzen ihrer Menstruation an. Daraufhin folgte ein weiterer Monat mit durchgehend starken Blutungen und Schmerzen.

Sie ließ sich untersuchen und einige Tage nach der Untersuchung bekam sie die Diagnose: Gebärmutterhalskrebs. Es traf ihre Familie hart, doch sie war lebensfroh und stark. Sie sagte immer wieder: „Ich werde es schaffen, Gott ist bei mir, doch dieser Weg wird kein leichter sein.“ Ich sah Evelyn für zwei Monate nicht mehr, beim nächsten Wiedersehen standen mir die Tränen in den Augen.

Vor mir stand ein ganz anderer Mensch. Tag und Nacht litt sie an den Nebenwirkungen der Chemotherapie, die sie machte. Es folgten Selbstgespräche und Halluzinationen. Nach einigen Operationen und einer fünfmonatigen Chemotherapie bekam ich einen Anruf von Evelyns überfrohen Schwester, die vor Freude schrie: „Danke Herr, meine Schwester ist geheilt!“ Es wurde ein großes Fest gefeiert, um dem Krebs auf nimmer Wiedersehen zu sagen.

Doch die Krankheit wollte nicht locker lassen. Einen Monat nach dem Fest tauchten die Beschwerden wieder auf, dieses Mal stärker als vorher. Eine Zeit lang hörte ich nichts mehr von Evelyn. Am Freitag den 22. Mai 2015 kam ein erschütternder Anruf der aufgebrachten Schwester, die weinend sagte: „Evelyn is gone (Evelyn ist von uns gegangen).“

Im Hintergrund hörte man einen Chor von Trauernden und auch mich traf es hart. Jedoch traf es Evelyns Tochter, die in Gent Medizin studierte, am härtesten, da ihr die Krankheit verschwiegen wurde, um sie nicht von ihrem Studium abzulenken. Sie sagte: „Mein Vater starb, als ich kaum denken konnte. Meine Mutter war meine einzige Energiequelle.“ Ihr Sohn sagte: „Nach der Diagnose ging alles recht schnell, in weniger als einem Jahr nahm die Krankheit sie von uns.“

Ich kontaktierte einen Facharzt der Krebsklinik Köln. Er erklärte, dass die Krankheit häufig durch sogenannte Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird, die hauptsächlich durch Sexualkontakt übertragen werden. Er erklärte auch, dass eine Impfung möglich ist und dass die beste Zeit sich gegen HPV impfen zu lassen vor dem ersten Geschlechtsverkehr sei.

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