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Jugendlichen wird geholfen

Die Notschlafstelle ist eine wichtige Instanz für junge Menschen, die kein Zuhause haben.

Von Zeliha Asa, 10e/f, Geschwister-Scholl-Schule

Ich habe die Notschlafstelle, „Die 10“ in Solingen besucht und ein Interview mit der Leiterin Frau Monika Hackbarth geführt, um auf die Einrichtung aufmerksam zu machen.

Aus welchen Gründen sind die Jugendlichen hier?

Monika Hackbarth: Sie sind aus den unterschiedlichsten Gründen hier. Bei manchen hat es zu Hause mit den Eltern gekracht und diese haben sie vor die Tür gesetzt oder die Jugendlichen habe es daheim nicht mehr ausgehalten. Alle verbindet aber die Thematik, dass sie kein Dach über dem Kopf haben und untergebracht werden müssen oder wollen.

Haben die Jugendlichen Ängste, die Einrichtung aufzusuchen?

Hackbarth: Ja, das ist sicher häufiger der Fall. Die Einrichtung gibt es schon seit 32 Jahren und früher haben hier junge Volljährige mit einer massiven Suchtproblematik gewohnt. Viele Jugendliche denken, wenn sie hierher kommen, würden sie direkt gezwungen, Drogen zu nehmen. Wir haben natürlich Jugendliche mit einer Drogen- oder Suchtproblematik, aber es liegt an dem Einzelnen selbst, wie labil er ist, ob er sich von anderen überreden lässt oder nicht.

Inwiefern helfen Sie den Jugendlichen weiter bei ihren verschiedenen Problemen?

Hackbarth: Das ist individuell sehr unterschiedlich. Wir lassen den Jugendlichen erst einmal hier ankommen, zur Ruhe kommen. Das ist wichtig, um sich stabilisieren zu können. Dann bieten wir Gespräche an, um ihnen die Möglichkeit zu geben, das Erlebte zu verarbeiten. Wir ermuntern sie, sich neue Perspektiven zu suchen, schauen, wer hat welche Kompetenzen, wer kann wie gefördert werden. Wenn sie ein Drogenproblem haben, vermitteln wir sie an spezielle Einrichtungen.

Wie ist der Ablauf eines Tages bei Ihnen?

Hackbarth: Die Jugendlichen werden alle um 7.30 Uhr geweckt und nach dem Frühstück gehen sie zur Schule. Die Jugendlichen, die eine Therapie machen oder sich einen Schulplatz suchen, bleiben in der Einrichtung. Mittags wird Hausaufgabenhilfe oder Freizeitgestaltungen angeboten.

Welche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt es?

Hackbarth: Gesellschaftsspiele, Kickern… Einmal in der Woche wird ein festes, angeleitetes Gestaltungsprogramm angeboten. Ein Kollege spielt dann mit den Jugendlichen Fußball oder Badminton. Es kann auch Schwimmen sein oder Bowlen. Das Ziel ist dabei, die Jugendlichen von ihren Problemen abzulenken und ihnen Freude zu vermitteln.

Gibt es Probleme der Jugendlichen untereinander und wie gehen Sie damit um?

Hackbarth: Bei verbaler Gewalt bekommen die Jugendlichen Tadel. Bei 28 Tadeln müssen sie die Einrichtung verlassen. Aber bevor es dazu kommt, können sie es wieder gutmachen, indem sie sich sozial engagieren. Wie es auch in unserer Hausordnung steht, sind wir gegen jegliche Gewalt. Bei körperlicher Gewalt fliegen die beteiligten Jugendlichen aus der Einrichtung, das heißt sie haben Hausverbot bis zu einem Zeitpunkt, den wir Kollegen gemeinsam aushandeln.

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