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„Gesucht, Gefunden, Geholfen“

Eine kleine Gruppe erreicht Großes für Bedürftige.

Von Anna Clemens Perez, Gymnasium Schwertstraße

Das erste Flüchtlingsbaby, das am 18. Oktober in Leichlingen geboren wurde, wie wurde es versorgt? Natürlich konnten ein paar Strampler entbehrt werden, doch viele Sachen kamen auch von „Gesucht, gefunden, geholfen“ - einer kleinen Gruppe Bekannter und Nachbarn aus Leichlingen.

Im Rahmen einer Whats-App Gruppe, deren Namen ebenfalls „Gesucht, gefunden, geholfen“ ist, haben diese sich zusammengetan, um diverse Sachen zu suchen und zu sammeln, die sie beispielsweise selbst nicht mehr dringend brauchen. In diesem Fall hat man wegen des Babys mehr Strampler, Babyschalen und Babyartikel im Allgemeinen gesucht.

„Wir haben sofort erkannt, dass wir einen kleinen Beitrag leisten konnten, um die prekäre Situation dieser Menschen etwas zu verbessern“, äußerte sich ein Mitglied der Gruppe, Mariel C. „Um die Ankunft in Deutschland zu erleichtern“, fügte sie noch hinzu. Sie selbst sei auch nicht in Deutschland geboren und habe Schwierigkeiten gehabt, Deutsch zu verstehen und zu sprechen. Sie wisse, wie schwer es ist, in ein anderes Land zu kommen, dort zu leben und die Sprache nicht zu verstehen. Für sie sei das ein weiterer Grund, der Gruppe beigetreten zu sein.

Einige Mitglieder der Gruppe, welche ehrenamtlich für die Gemeinde Leichlingens arbeiten und deshalb auch einen direkten Kontakt zu den Flüchtlingen haben, wissen, was benötigt wird. Sie sind diejenigen, die in dem Whats-App-Chat die benötigten Sachen ankündigen.

Die Leute können dann antworten, ob sie diese Sachen besitzen. Wenn ja, können sie diese nach Kuhle bringen und dort abstellen, wo sie dann von den Arbeitern der Gemeinde angenommen werden. Meistens sind es kleine, einfache Lücken, die die Gemeinde nicht füllen kann, wie zum Beispiel Gardinen zum Abdunkeln oder einfach auch nur Kleidung und Haushaltsartikel. „Schnell, unkompliziert und unbürokratisch“ ist die Hilfe nach Meinung des befragten Mitglieds.

Ein anderes Beispiel für „Gesucht, gefunden, geholfen“ ist der Fall eines 17-jährigen Flüchtlings. Er werde bald 18 und müsse aus dem Waisenhaus, in dem er vorher untergebracht war, entlassen werden, berichtet eine der Gemeindearbeiterinnen, die auch ein Teil der Gruppe ist. Sie suchten nun eine Wohnung zum Vermieten und jemand bot sich sogar an.

Alles läuft über das Jugendamt, es ist noch unklar, ob der Jugendliche dort einzieht oder nicht. Doch Hilfe von „Gesucht, gefunden, geholfen“ war bereitgestellt worden. Auf diese Art und Weise wird immer mehr Flüchtlingen geholfen. Alles passiert nur innerhalb einer einfachen Whats-App Gruppe von 20 Leuten. Doch die Gruppe sagt, dass sie wachse und das nur durch Mundpropaganda.

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