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Fernsehsender fördert Tierquälerei

Die Pro7-Serie „Wild Island“ ist stark umstritten.

Von Maja Alyssa Wehrmann, 8a, Friedrich-Albert-Lange-Schule

14 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden für vier Wochen auf eine unbesiedelte Insel vor Panama gebracht. Außer Wasser für die ersten 24 Stunden, Wechselkleidung, sechs Messer und vier Säbel, hatten die Teilnehmer nichts.

Um auf der Insel überleben zu können, hatten sie ein „Survival-Training“, auf deutsch ein „Überlebens-Training“, abgelegt. Das erlernte Wissen konnten sie für den Bau des Lagers oder zur Nahrungssuche anwenden.

Schon in der ersten Folge kann man sehen, wie ein Pelikan lachend traktiert und gewürgt, ein Rochen aufgespießt auf den Strand gezogen wird und auch andere Tiere für Unterhaltungszwecke leiden und sterben mussten.

Rechtlich gesehen ist das ein Problem: Nach § 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand für Unterhaltungszwecke einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Ist es ein angemessener Grund, Tiere für Quote vor der Kamera zu töten?

Pro Sieben äußerte sich unter Anderem zu der Frage, ob die Tiere ausgesetzt wurden so: „Zur natürlichen Tierpopulation des Pearl Islands Archipels gehören unter anderem Kaimane, Schweine und Schlangen. Mit den Besitzern der Insel besteht die Vereinbarung, dass alles, was von der Insel genommen wird, auch wieder zurückgegeben werden muss. Von der Produktionsfirma wurde ein Schwein auf der Insel ausgesetzt, weil in der letzten Produktion ein Schwein getötet wurde.“

Fragen, in denen die Quälerei der Tiere angesprochen wurden, werden von Pro7 schön geredet. Außerdem postete der Sender via Twitter, dass es Schade wäre, dass Wild Island an Zuschauern und Marktanteilen verloren hätte.

Die erste Staffel der neuen Überlebensshow ist beendet und auf der Homepage von Pro7 zu sehen. Ob es eine zweite Staffel der Show geben wird, ist bislang nicht bekannt. Wild Island, ein umstrittenes Thema im Netz.

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