Zisch

Die ersten Minuten des neuen Lebens

Hebamme Ulrike Flabb erzählt über ihren Beruf.

Von Zoe Krysiak und Thao Dinh, 8e, August-Dicke-Schule

Weil wir wissen wollten wie es im Kreissaal aussieht, haben wir ein Interview mit der Hebamme Ulrike Flabb geführt. Sie ist seit 17 Jahren Hebamme in einer Klink in Köln.

Wie läuft ihr Alltag in der Klinik ab?

Ulrike Flabb: Wir haben verschiedene Dienste: Den Frühdienst, Spätdienst und die Nachtschicht. Im Kreissaal ist es so, dass man nicht weiß, welche Frauen da sind – die Kinder kommen ja wann sie wollen. Es gibt Kinder, die kommen morgens und es gibt Kinder die kommen nachts, je nachdem wie viele Frauen da sind, hat es mit Kinderkriegen zu tun. Ich helfe bei der Geburt, aber wenn keine Frauen da sind, putzen wir die Schränke und räumen auf und manchmal haben wir auf der Station Frauen von denen wir Herztöne hören, vielleicht weil sie wegen der Schwangerschaft da sind, weil sie vorzeitig Wehen haben oder wenn sie Durchfall haben. Wir schauen auch bei Frauen vorbei, die gerade ihr Kind bekommen haben und helfen beim Stillen. Aber unsere Hauptarbeit ist Frauen bei der Schwangerschaft beizustehen.

Welche Schicht bevorzugen sie?

Flabb: Ich bevorzuge die Frühschicht und die Spätschicht, die Nachtschicht ist ja auch sehr anstrengend für den Körper, weil man dadurch gegen seine Uhr arbeitet.

Wie schaffen sie berufliche Tätigkeiten, Haushalt und Kinder Erziehung auseinander zu halten?

Flabb: Seit ich zwei Kinder habe, habe ich keine volle Stelle mehr. Nur eine sehr geringe Stelle, sonst muss man schauen das man ein sehr gutes soziales Netzwerk hat, damit man zum Beispiel Opa und Oma fragen kann, ob sie auf die Kinder aufpassen können.

Wie alt sind die werdenden Mütter?

Flabb: Heutzutage sind die Mütter eher über 30 Jahre alt.

Was war ihr bisheriges schönstes Erlebnis in der Klinik?

Flabb: Mein ereignisvollstes Erlebnis war in meinem Ausbildungsjahr, wo ich ein Kind selbst zur Welt bringen musste, obwohl ich das noch gar nicht konnte, weil die Frau so schnell entbunden hat, da die Hebamme die Dienst hatte nicht im Kreissaal war.

Was war ihr traurigstes Ereignis in der Klinik?

Flabb: Traurig ist immer, wenn Kinder tod geboren werden oder wenn Familien sich so sehr ein Kind wünschen und es entwickelt sich nicht weiter und es gehen in der Hälfte der Schwangerschaft schon vorzeitige Wehnen los.

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