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Der Bertelsmann Buchclub schließt die Türen

Das Traditionsunternehmen ist in Zeiten von Amazon und Co nicht mehr konkurrenzfähig.

Von Can Bleul, 8d, Albert-Schweitzer-Schule

Im Juni 2014 gab Bertelsmann die Schließung seines Buchclubs Ende 2015 bekannt. Seitdem wurden 52 Filialen in Deutschland geschlossen. Die letzten Online-Bestellungen konnten nur noch bis zum 23. Dezember 2015 um 10 Uhr aufgegeben werden. Nach 65 Jahren endet die Buchclub-Ära aufgrund mangelnder Profitabilität.

Der Geschäftsführer der Club- und Direktmarketinggeschäfte, Fernado Carro, hatte gegenüber den Medien im letzten Jahr mitgeteilt: „Der Club hat keine wirtschaftliche Perspektive. Es gibt keine Aussicht darauf, aus dem Club ein zukunftsfähiges Unternehmen zu machen.“

Der Firmenchef Reinhard Mohn hatte die Clubs 1950 als „Bertelsmann Lesering“ gegründet. Das Prinzip lautete damals wie heute: Viele Leser bestellen regelmäßig ein Buch oder andere Medien und bezahlen dafür bis zu 20 Prozent weniger als üblich.

Seine beste Zeit hatte der Club Anfang der 1990er Jahre: In Deutschland gab es sieben Millionen Buchclub-Mitglieder und 320 Filialen. Der Umsatz erreichte bis zu 700 Millionen Euro. Doch mit dem Beginn des Internet-Zeitalters funktionierte das Buchclub-Prinzip nicht mehr. Die Menschen bestellten ihre Bücher lieber bei Amazon und wollten sich nicht an den Club binden. Zuletzt hatte der Club nur noch etwa 600 000 Mitglieder. Der Umsatz schrumpfte dadurch auf 100 Millionen Euro.

Nachdem nun die letzte Bertelsmann Buchclub-Filiale im März 2015 ihre Türen in Gütersloh, dem Hauptsitz des Konzerns, für immer geschlossen hat und die letzten Online-Bestellungen im Dezember erledigt worden sind, verabschiedet sich der ehemalige Medienriese. 520 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Das Buchclub-Geschäft soll nach 2015 nur noch in der Ukraine, in Russland und Spanien weiter bestehen bleiben.

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