Nach dem tödlichen Anschlag

Anschlag in Istanbul: Was Türkei-Reisende wissen müssen

Istanbul - Nach dem Anschlag in Istanbul dürften sich viele Urlauber fragen: Wie sicher ist die Türkei als Reiseland noch? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

 Ein Selbstmordanschlag hat Istanbul erschüttert. Mehrere Menschen wurden mitten im Touristenzentrum rund um Hagia Sophia und Blaue Moschee getötet. Die wichtigsten Fragen und Antworten für Urlauber, die bald in die Türkei reisen wollen:

Wie ist die Sicherheitslage in der Türkei?

Sie ist angespannt, immer wieder kommt es zu Gewalt. "Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen", schreibt das Auswärtige Amt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat 2015 mehrere Anschläge in der Türkei verübt, bislang jedoch nicht gegen Touristen. Außerdem kommt es im Osten des Landes zu schweren Zusammenstößen zwischen den Sicherheitsbehörden und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Wie sollten sich Urlauber jetzt verhalten?

Reisende in der Türkei sollten sich grundsätzlich von Demonstrationen und Menschenansammlungen insbesondere in größeren Städten fernhalten. Auf belebten Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln halten sie sich am besten so kurz wie möglich auf, rät das Auswärtige Amt. In einem aktualisierten Reisehinweis für das Land wird jetzt Reisenden in Istanbul dringend geraten, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen ganz zu meiden. Generell wird zu erhöhter Vorsicht bei Reisen nach Istanbul und über Land geraten. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Syrien und Irak wird seit einiger Zeit dringend abgeraten.

Kann ich eine Städtereise nach Istanbul jetzt kostenlos stornieren?

Wahrscheinlich schon. Es bestehe nach derzeitiger Rechtsprechung ein Kündigungsrecht wegen Gefährdung durch höhere Gewalt, erklärt der Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten. Urlauber dürfen ihre Istanbul-Reise also kostenlos umbuchen oder stornieren. Anders sieht es etwa für Badeurlaub in südlichen Türkei aus. Solche Reisen könnten nicht einfach kostenlos storniert werden, sagte der Jurist.

Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Tui bietet für Istanbul-Reisen bis zum 18. Januar kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Thomas Cook ermöglicht ebenfalls kostenfreies Umbuchen und Stornieren für Istanbul-Reisen mit Beginn bis einschließlich 22. Januar. Bei DER Touristik mit den Marken ITS, Jahn Reisen, Travelix, Dertour, Meier's Weltreisen, ADAC Reisen lassen sich Städtetrips nach Istanbul bis zum 10. Februar ohne Gebühren umbuchen oder kündigen.

Der Studienreiseanbieter Studiosus bot seinen Kunden schon vor dem jüngsten Anschlag eine kostenlose Umbuchung von Türkei-Reisen bis vier Wochen vor der Abreise an.

Wie steht es um den Tourismus in der Türkei?

Er leidet derzeit vor allem unter dem Ausbleiben der russischen Urlauber wegen der Sanktionen nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär. Die Russen waren die wichtigste Urlaubernation für die Türkei. Nun sind es die Deutschen. Zumindest die Pauschalreise-Hochburg Antalya wurde von ihnen zuletzt schwächer gebucht als im Vorjahr.

Reise- und Sicherheitshinweis für die Türkei

Nach dem Terroranschlag von Istanbul können Urlauber ihre Städtereise in die Metropole wahrscheinlich kostenlos absagen. Nach derzeitiger Rechtsprechung bestehe ein Kündigungsrecht wegen Gefährdung durch höhere Gewalt, erklärte der Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten. Urlauber können ihre Istanbul-Reise also kostenlos umbuchen oder stornieren. Anders sieht es zum Beispiel bei Badeurlaub in anderen Teilen der Türkei aus. Solche Pauschalreisen könnten nicht einfach kostenlos storniert werden, sagte der Jurist.

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