Schneesichere Skigebiete

Wo der Winter sicher ist

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Am Nebelhorn über Oberstdorf werden die Pisten traditionell erst Anfang Mai geschlossen.

Weihnachten steht schon bald vor der Tür, aber von Weiß noch keine Spur. Das schmerzt nicht nur ­Winterromantiker, ­sondern bremst vor allem Wintersportler ­empfindlich ein. Ohne Schnee keine Pistengaudi.

Wo Urlauber auf der sicheren Seite sind? Wir haben die Skigebiete auf ihre Schneetauglichkeit geprüft.

Ein Alptraum für jeden Skifahrer: Das Hotel ist lange gebucht, die Anreise rückt näher, aber die Hänge im Feriengebiet leuchten grasgrün. Weil die Winter immer wärmer werden, gerät die Quartierwahl zunehmend zur Schneelotterie. Doch ein bisschen kann man dem Winterglück durchaus nachhelfen. Indem man sich an den Schneeberichten der vergangenen Jahre orientiert. Hier sind sie, die sichersten Skireviere der Alpen.

Schneeloch Obergurgl

Ein watteweiß verpackter Kirchturm unterm Alpenhauptkamm und rundherum ein Dutzend Hotels: Das 1930 Meter hoch gelegene Dörfchen Obergurgl im hintersten Ötztal besitzt das schneesicherste Skigebiet der Alpen. Ganze 170 Tage surrten dort in den vergangenen Wintern durchschnittlich die Skilifte – von Mitte November bis zum ersten Maiwochenende. Das ergibt eine Auswertung der alpinen Schneeberichte der vergangenen zehn Jahre.

Stichwort Schneegarantie

Ein Wintersportgebiet gilt als schneesicher, wenn es an mindestens 100 Tagen pro Saison eine Schneedecke von mindestens 30 Zentimetern für Ski alpin aufweisen kann. Liegt es unter 1400 Metern ist das zunehmend schwierig.

Geht man danach, kann man bedenkenlos auch in den österreichischen Pistenparadiesen von Ischgl mit 160 Tagen Liftbetrieb, Obertauern mit 162 Tagen und am Arlberg mit 155 Pistentagen buchen. Ähnliche Schneefixsterne hat die Schweiz mit ihren Nobelorten Zermatt (146 Pistentage), St. Moritz und Davos (je 145 Tage) sowie Saas-Fee (151 Tage) zu bieten. In Frankreich rangieren bei der Schneesicherheit ganz oben Tignes (155 Tage), Argentière bei Chamonix (145 Tage) und Val Thorens (162 Tage). In Italien ist das zollfreie Livigno mit 152 Pistentagen Spitze in Sachen Schneesicherheit.

Es folgen das kleine Madesimo am Splügenpass (150 Tage) sowie die Südtiroler Gebiete Rotwand/Sexten und Kronplatz (je 148 Tage) und Sulden mit 145 Skitagen.

Familien-Geheimtipp Kühtai

Aber man muss gar nicht so weit fahren. Skiurlauber auf der Suche nach einem kleineren, familiären Ort mit viel Schnee werden auch in Tirol fündig: im Kühtai ebenso wie auf der Axamer Lizum bei Innsbruck (je 140 Tage) und im preisgünstigen Defereggental in Osttirol, wo im Schnitt der vergangenen Jahre sogar 142 Tage Pistenfreuden möglich waren.

Die Auswertung der Schneeberichte der vergangenen Jahre macht deutlich: Wirkliche Schneesicherheit gibt es erst ab 1800, in klimatischen Ausnahmefällen ab 1400 Metern Seehöhe. Denn auch Schneekanonen können nicht zaubern.

Selbst mit ihrer Hilfe sind Garmisch-Partenkirchen, wo die Lifte im Schnitt 120 Tage fahren und Kitzbühel (125 Tage) keine Osterwinterziele geworden. In Südtirol hat man außerhalb des Hochwinters halt das zweifelhafte Vergnügen, auf einem weißen Band über die grünen Almen zu fahren.

Immer mehr Gebiete brauchen Nachhilfe

Ohne die verstärkt aufgestellten Beschneiungsanlagen sähe es in den kleineren deutschen Gebieten wintersportlich schlecht aus. Die Tiroler Enklave Jungholz im Allgäu, die Skischaukel Ofterschwang-Gunzesried und das Zweiländergebiet Oberstdorf/Kleinwalsertal schaffen mit technischer Hilfe immerhin je 120 Lifttage von Mitte Dezember bis Mitte April.

Meist noch eine Woche länger sind die Lifte im Allgäuer Schneeloch Obermaiselstein/Grasgehren geöffnet. Und am Nebelhorn über Oberstdorf werden die Pisten traditionell erst Anfang Mai geschlossen. Vergleichsweise gut mithalten können dank der künstlichen Beschneiung inzwischen auch einige Mittelgebirgsregionen. Der Arber im Bayerischen Wald und der Feldberg im Schwarzwald hatten zuletzt regelmäßig 120 Tage Liftbetrieb.

20 Gletscherskigebiete in den Alpen

Der Tipp für Planer, die vollkommen auf Nummer sicher gehen wollen, sind natürlich die rund 20 Gletscherskigebiete in den Alpen: In Hintertux, am Stubaier Gletscher und am Rettenbachferner bei Sölden, am Theodulgletscher über Zermatt oder im Schnalstal in Südtirol wedeln die Unermüdlichen auch im Mai über den sonnenglitzernden Firn. Ein Vergnügen ist das freilich auch nicht immer: Im Dezember kann es da oben grimmig kalt werden, und bei Schlechtwetter bleibt man besser gleich im Tal.

Das sind die Top-Skigebiete der Alpen

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Hans-Werner Rodrian

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