Schnarchen, Pinkeln, wilde Schweine

Die kuriosesten Mieterurteile

Krach, Gestank oder wilde Tiere in der Wohnung - Gründe zum Mieterstreit vor Gericht gibt es viele. Hier ein Überblick der kuriosesten Beispiele:

JUNGFRAU MARIA IM FLUR

Kann eine Marienstatue im Hausflur einen Protestanten so sehr schockieren, dass er die Miete mindern darf? Nein, urteilte 2003 das Amtsgericht Münster. Die Begründung: „Auch nach evangelischem Glauben ist Jesus durch Maria geboren worden.“

KINDERLÄRM 

Mieter dürfen weder fristlos kündigen noch die Miete mindern, weil auch spät am Abend Kinderlärm zu hören ist. Deren natürlicher Spiel- und Bewegungsdrang sei eben geräuschvoll, urteilte das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf.

LAUTES SCHNARCHEN

Wer als Vermieter so laut schnarcht, dass er aus dem ehelichen Schlafzimmer vertrieben wird, darf Eigenbedarf auf seine Mietwohnung anmelden. So entschied es 1998 das Amtsgericht Sinzig (Rheinland-Pfalz).

GERÄUSCHVOLLER SEX

Nächtliche Liebesspiele wie auf einer laut quietschenden Schaukel rechtfertigen die Kündigung eines Mieters. Die Geräusche entsprächen „nicht mehr dem normalen Mietgebrauch“, urteilte das Amtsgericht München. Ein Fall im Jahr 2011 klärte sich von selbst, weil das zu laute Paar zum Monatsende ohnehin ausziehen wollte. 

PINKELN IM GARTEN 

stört den Hausfrieden. Ein Mieter, der sein Geschäft immer wieder auf dem mitvermieteten Rasen vor einem Mehrparteien-Haus erledigte, musste seine Wohnung räumen. Ein Kölner Amtsrichter gab der Klage eines Nachbarn statt.

LAUTES PINKELN IM STEHEN

Weil ihr das Pinkeln eines Nachbarn im Stehen zu laut war, zog eine Frau 1996 vor das Amtsgericht Wuppertal, allerdings erfolglos. Das Gericht stellte fest: „Letztlich ist die Toilettenbenutzung zwangsläufig mit einer Geräuschentwicklung verbunden.“ Ein aktuelles Urteil bestätigt diese Linie, selbst wenn der Mieter beim Danebenpinkeln einen Schaden verursacht hat.  

GESTANK

Ein 83-Jähriger musste nach 54 Jahren ausziehen, weil seine Vermieterin die von ihm verursachten Gerüche nicht mehr ertragen konnte - unter anderem durch den Gebrauch von „Pferdesalbe“. Das Bonner Amtsgericht gab der Klage statt.

WILDE SCHWEINE

Mini-Schweine dürfen nach einem Urteil des Amtsgerichts München von 2005 nur in einer Wohnung gehalten werden, wenn sie die Mitbewohner des Hauses nicht gefährden. Ein Borstenvieh war auf Menschen los gegangen und hatte zwei verletzt. Die juristische Quittung: Das Schwein musste ausziehen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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