Unterwegs für die Firma

Wann zählen Dienstreisen als Frei- oder Arbeitszeit?

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Auf Dienstreise: Nicht immer zählt sie auch zur Arbeitszeit.

Dienst ist Dienst, und Reise ist Reise: Wer geschäftlich unterwegs ist, verbringt dabei nicht automatisch Arbeitszeit. Wann die Reise zur Arbeit wird, ist juristisch knifflig. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Mit Bahn, Bus oder Auto zum Kunden um die Ecke oder für einen Vortrag um die halbe Welt: Nicht nur Lkw- Fahrer und Piloten kommen im Berufsleben viel herum. Für sehr viele Beschäftigte gehören Dienstreisen zum Arbeitsalltag. Doch zählen die Stunden unterwegs auch zur Arbeitszeit? Und wann werden sie bezahlt? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten

1. Wenn ich morgens ins Büro fahre – ist das bereits Arbeitszeit?

Nein, das gilt klar als Freizeit. Auf dem Weg zur Arbeitsstätte und zurück steht der Beschäftigte dem Chef nicht zur Verfügung. „Die Arbeitszeit beginnt am Betriebstor. Das Anfahren zum Büro ist privat“, so Arbeitsrechtler Norbert Behm aus Überlingen am Bodensee.

2. Werden Dienstreisen auf die Arbeitszeit angerechnet?

Sitzt der Mitarbeiter im Dienstauto selbst am Steuer, gilt das als Arbeitszeit.

Das kommt darauf an. Gesetzlich dürfen Beschäftigte aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen im Schnitt nicht mehr als acht Stunden am Tag arbeiten. Reine Wegezeiten von Dienstreisen im Zug oder im Flugzeug werden dabei aber nicht angerechnet, außer der Chef gibt einem Arbeit mit auf die Reise: Wenn der Beschäftigte in öffentlichen Verkehrsmitteln Akten sichten und Vorträge vorbereiten muss, geht das laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts auf das Arbeitszeitkonto. Dasselbe gilt, wenn der Reisende selbst ein Auto zum Termin lenken muss, denn hinter dem Steuer bleibt ihm nicht überlassen, wie er die Zeit nutzt. „Aber wenn es mir freigestellt bleibt, ob ich Zeitung lese oder etwas vorbereite, gilt das als Ruhezeit“, erklärt der Hamburger Anwalt Sebastian Trabhardt.

3. Und wann wird die Reisezeit bezahlt?

Das ist umstritten. Eine gesetzliche Regelung zur Vergütung fehlt. Generell gilt: Falls nicht anders vereinbart, müssen Reise- und Wegezeiten vergütet werden, solange sie in die reguläre Arbeitszeit fallen, egal, was der Arbeitnehmer auf dem Weg treibt und ob er im Auto oder in der Bahn sitzt. Liegt die Dienstreise außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit, etwa in der Nacht oder am frühen Morgen, ist der Einzelfall entscheidend. Da spielt dann unter Umständen auch die berufliche Position eine Rolle: Je höher das Gehalt, desto eher entfällt gewöhnlich die Vergütungspflicht.

4. Gilt das auch für Außendienstmitarbeiter?

Gehört das Reisen zur Hauptleistungspflicht des Arbeitnehmers, zählt es als Arbeitszeit. Das betrifft zum Beispiel Lkw- und Taxifahrer. Auch bei Handelsvertretern und Außendienstlern gehört das Reisen zum Job dazu und ist eine wesentliche arbeitsvertragliche Leistung.

5. Auf was muss ich als Arbeitnehmer denn achten?

Die Rechtsprechung ist in diesem Bereich nicht einheitlich. Abweichungen in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen sind möglich. Arbeitnehmer sollten deshalb am besten vor der Reise den Umgang mit Arbeitszeiten und Dienstreisen klären. „Und wer viele Dienstreisen im Job machen muss, sollte auf klare Regeln im Arbeitsvertrag achten“, rät Trabhardt.

6. Welche Regeln gelten für die steuerliche Absetzbarkeit, etwa in Bezug auf Verpflegungspauschalen?

Für Geschäfts- oder Dienstreisen gelten hier seit Anfang 2014 leicht veränderte Sätze. Zuvor hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer sechs Euro erstattet, wenn dieser mindestens acht Stunden auf Geschäftsreise war. Waren es mindestens 14 Stunden, bekam er zwölf Euro, bei 24 Stunden gab es 24 Euro. Nun fällt die erste Stufe weg: die steuerfreie Zwölf-Euro-Pauschale gibt es bei einer Abwesenheit ab acht Stunden. Ist der Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen 24 Stunden von seiner Wohnung entfernt, bekommt er wie zuvor 24 Euro. Laut dem Bund der Steuerzahler ist von einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit auszugehen, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und Arbeitsstätte tätig ist.

dpa

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