Für Schüler, Eltern und Lehrer

Das ändert sich im neuen Schuljahr

Berlin - Der Umbau der Schulen in Deutschland hin zu einer Schule für alle Kinder geht auch im neuen Schuljahr weiter.

Der Umbau der Schulen in Deutschland hin zu einer Schule für alle Kinder geht auch im neuen Schuljahr weiter. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland haben die Eltern vom Schuljahr 2014/15 an das Wahlrecht, ob sie ihren Nachwuchs auf eine normale oder eine Förderschule schicken. In Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen wächst die Zahl der Gemeinschaftsschulen, in denen die Kinder länger zusammen lernen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa in den 16 Landeshauptstädten ergab.

In dieser Woche enden die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg. Als erstes Land startet NRW am Mittwoch (20. August) in das neue Schuljahr, am Donnerstag haben die ABC-Schützen dort ihren ersten Schultag.

Die Zuwachsraten an inklusivem Unterricht im neuen Schuljahr seien maßvoll, sagt NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Insgesamt werden an den Grundschulen und in der Sekundarstufe I demnach 7400 Behinderte mehr eine Regelschule besuchen als im Vorjahr. Dies sei „kein Sprung“ in der Entwicklung, so Löhrmann. Gleichwohl sehen Opposition und Lehrerorganisationen die Schulen dafür unzureichend gerüstet - dies gilt auch anderswo.

In Baden-Württemberg wird die Gemeinschaftsschule, das Vorzeigeprojekt der grün-roten Bildungspolitik, vorangetrieben. Schüler mit Haupt-/Werkrealschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlung können nunmehr 209 solcher Schulen besuchen. In Schleswig-Holstein wandeln sich weitere Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen um, an denen es keine abschlussbezogenen Klassen mehr gibt.

Auch für die Grundschüler hat Kiel Änderungen parat: Von Klasse 1 bis 4 bekommen sie keine Noten mehr. Die Schulkonferenz kann aber ab Klasse 3 Notenzeugnisse beschließen. Die Schulartempfehlung entfällt. Ein Beratungsgespräch ist Pflicht, aber die Eltern entscheiden allein, an welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll. In Hamburg müssen Grundschüler künftig am Ende der 4. Klasse einen Basiswortschatz von 785 Wörtern oder Wörtergruppen sicher beherrschen.

Schüler auf dem achtjährigen Gymnasium (G8) in Hamburg haben es künftig leichter: Dafür wird eine Obergrenze für die Stundenzahl in den Klassen 5 bis 10 und eine Hausaufgabenrichtlinie sorgen. Danach sollen die Schüler täglich möglichst nicht mehr als eine Stunde Arbeitszeit dafür aufwenden müssen. In Hessen dürfen auch bisherige fünfte, sechste und siebte Gymnasialklassen zum neuen Schuljahr von G8 zum Abitur nach neun Jahren zurückkehren. In Bayern hoffen indessen die Schulpolitiker nach dem Scheitern des Volksbegehrens für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 auf etwas Ruhe an dieser umkämpften Front.

Brandenburg vermeldet einen Rekord in seiner Geschichte: Rund 900 neue Lehrkräfte wurden zum neuen Schuljahr eingestellt - fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Mit der Hälfte der Einstellungen werden ausscheidende Lehrkräfte ersetzt. Die andere Hälfte wird benötigt, weil die Stundenzahl an Grund- und Oberschulen um jeweils eine verkürzt wurde. Grundschullehrer unterrichten dann nur noch 27 statt bislang 28 Wochenstunden, Oberschullehrer 25 statt 26 Wochenstunden.

In Niedersachsen tritt eine heftig kritisierte Maßnahme in Kraft: Die Gymnasiallehrkräfte müssen dort künftig eine Stunde mehr pro Woche unterrichten - nun 24,5 Unterrichtsstunden. Mecklenburg-Vorpommern will Lehrkräfte anlocken. Schwerin hat einen Extratopf mit 50 Millionen Euro gefüllt, um die Lernbedingungen zu verbessern und den Lehrerberuf attraktiver zu machen. So wurden knapp 700 der landesweit 10 500 Pädagogen kürzlich in das Beamtenverhältnis übernommen.

Im Saarland werden ab sofort grundsätzlich alle Kinder in sogenannten Regel-Grundschulen nahe des Wohnortes eingeschult und unterrichtet. Eltern können selbst eine Förderschule für ihr Kind wählen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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