Westafrika

Schon mehr als 10.000 Ebola-Fälle

Genf - Es gibt immer mehr Ebola-Infizierte. Die registrierte Zahl der Fälle hat 10 000 überschritten, doch es sind mit hoher Sicherheit weit mehr.

Die Zahl der registrierten Ebola-Fälle in Westafrika ist auf mehr als 10 000 gestiegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Samstag sind insgesamt 10 141 Menschen an der Seuche erkrankt, 4922 davon sind gestorben. Experten gehen weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. Zudem liegen der WHO für Liberia seit mehreren Tagen keine aktualisierten Daten vor. In Sierra Leone ist die Zahl der Ebola-Fälle innerhalb von drei Tagen um fast 200 auf 3896 gestiegen. Dort starben 22 weitere Menschen an der Krankheit, berichtete die WHO in Genf.

MALI: Ein mit Ebola infiziertes Kleinkind in Mali ist gestorben. Dies bestätigte der Direktor des Krankenhauses, in dem das Mädchen behandelt wurde, dem französischen Auslandssender RFI am späten Freitagabend. Es war der erste registrierte Ebola-Fall in Mali während der aktuellen Epidemie. Das Mädchen war nach Medienberichten zuvor im Nachbarland Guinea gewesen, das stark von der Seuche betroffen ist. Die Eltern waren beide an Ebola gestorben.

DEUTSCHLAND: Die Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, sprach sich gegen zusätzliche Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen aus. Bei allen Reisenden die Körpertemperatur zu messen, gleiche der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, sagte sie am Samstag im Interview mit dem WDR 5 Morgenecho: „Es gibt keine guten Daten, die belegen würden, dass das mehr als Aktionismus ist.“ In Sierra Leone, Liberia und Guinea starten keine Direktflüge nach Deutschland. Glasmacher geht davon aus, dass es in Deutschland höchstens einzelne Ebola-Fälle geben wird. „Die Infektion ist nur übertragbar durch direkten Kontakt zu Körperflüssigkeiten. Also man muss jemanden schon wirklich anfassen und derjenige muss auch sichtbar erkrankt sein.“

USA: Eine mit Ebola infizierte Pflegeschwester in den USA hat die Krankheit überstanden. Das Virus sei bei ihr nicht mehr nachweisbar, teilte die US-Gesundheitsbehörde NIH National Institutes of Health) am Freitag mit. Sie sei aus der Klinik entlassen worden. Die Frau hatte sich in einem Krankenhaus in Dallas im US-Bundesstaat Texas bei einem Mann aus Liberia angesteckt. Auch eine zweite Krankenschwester hatte sich bei ihm infiziert. Sie hat die Krankheit nach Angaben ihrer Familie inzwischen ebenfalls überstanden. Am Freitag war der erste Ebola-Fall in New York registriert worden. Der 33-jährige Mediziner der Organisation Ärzte ohne Grenzen war vor wenigen Tagen aus Westafrika zurückgekommen.

dpa

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