Arbeitnehmer als Videostar

Dr. Svenja Kahlke-Kreitzberg, Fachanwältin für Arbeitsrecht und für Medizinrecht

Das Bundesarbeitsgericht beschäftigte sich im Februar 2015 gleich mit zwei Fällen, in dem es um das Recht am eigenen Bild von Arbeitnehmern ging.

Das Bundesarbeitsgericht beschäftigte sich im Februar 2015 gleich mit zwei Fällen, in dem es um das Recht am eigenen Bild von Arbeitnehmern ging.

Im ersten Fall hatte der Arbeitnehmer ursprünglich sein Einverständnis erklärt, dass Aufnahmen von ihm im Rahmen eines Werbefilms veröffentlicht werden dürfen. Als das Arbeitsverhältnis dann endete widerrief er ohne Angaben von Gründen seine Einwilligung und verlangte die Entfernung des Videos aus dem Netz. Dem kam die Arbeitgeberin erst 2 Monate später nach. Der Arbeitnehmer machte dann einen Unterlassungsanspruch hinsichtlich weiterer Veröffentlichungen und Schmerzensgeld geltend. Zu Unrecht, so die Richter. Zum einen ende die erteilte Zustimmung zur Verwendung der Bilder nicht automatisch mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, zum anderen müsse der Arbeitnehmer zumindest einen plausiblen Grund angeben, warum er den Widerruf erklärt. Er ging somit leer aus.

BAG, Urteil vom 19. 2. 2015, Az. AZR 1011/13 sowie 8 AZR/1007/13

Besser erging es der Arbeitnehmerin im zweiten Fall. Dort hatte der Arbeitgeber, da er Zweifel an der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit der Arbeitnehmerin hatte, einen Detektiv zur Überwachung beauftragt, der Videoaufnahmen der Arbeitnehmerin und deren Ehemann fertigte. Dies ist jedoch nur zulässig, so die Erfurter Richter, wenn der Arbeitgeber einen Verdacht hat, der auf konkreten Tatsachen beruht. Wird der Verdacht wie im vorliegenden Fall nur auf unterschiedliche Ärzte und wechselnde Krankheitsbilder gestützt reiche dies nicht aus. Der Arbeitgeber musste hier ein Schmerzensgeld von 1.000 EUR zahlen.

Solinger Tageblatt, 4. April 2015

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