Schmuckstück im Cobra Kino: Parada

Das Cobra Kino zeigt in seinem aktuellen Programm einen außergewöhnlichen Film. Mit „Parada“ kommt eine preisgekrönte Komödie auf die Leinwand, die auf amüsante Weise über das Homosexuellenleben in Serbien berichtet.

„Parada“ gewann zu Recht den Publikumspreis der Berlinale 2012: Die schwarze Komödie verbindet auf brillante Weise ein aktuelles politisches Problem mit guter Unterhaltung. Durch einen geschickten Plot und liebenswerte Charaktere wird das Thema Homophobie amüsant beleuchtet, ohne dass ihm die Ernsthaftigkeit genommen wird.

In Serbien ist Schwulenhass immer noch an der Tagesordnung. Homosexuelle werden in beruflichen und öffentlichen Kontexten diskriminiert und können ihre Liebe nicht offen ausleben. Hier setzt der Film an und zeigt ein homosexuelles Paar, das eine Gay Pride Parade in Belgrad organisieren will. Der Tierarzt Radmilo und der Regisseur Mirko bekommen bereits im Vorhinein Drohbriefe von Neonazis und wenden sich so an einen ehemaligen Kriegsveteranen, Micky Limun, der für die Sicherheit der Parade sorgen soll.

Micky Limun ist der heimliche Hauptdarsteller und Dreh- und Angelpunkt der Komödie. Denn seine anfänglicher Homophobie und die Verstrickungen, wegen denen er dem schwulen Paar dennoch hilft, sorgen nicht nur für die meisten Lacher, sondern zeigen auch anschaulich, wie persönlicher Kontakt Vorurteile besiegen kann. So läutert sich der raue Prügelknabe über den Film hinweg und zeigt damit seinen Landsleuten, wie Homophobie überwunden werden kann.

Das Besondere an „Parada“ ist, dass er die Stereotypen, die in jeder Gesellschaft mit Homosexualität verbunden werden, geschickt darstellt und umdreht. So sind Ramildo und Mirko ein rührendes Paar, das trotz Rollenverteilung so menschlich ist, dass es den anderen Figuren und den Zuschauern schwerfällt, Vorurteile aufrechtzuerhalten. Die fiesen Neonazis als Gegenspieler des Paraden-Teams bringen die nötige Spannung in die Komödie und sorgen für ein fulminantes Ende.

Parada läuft im Programmkino Cobra vom 29.11 bis 12.12 täglich außer montags um 20:00 Uhr. Der <a href="http://www.filmstarts.de/trailer/"><b>aktuelle Trailer</b></a> des Films fasst gut zusammen, worum es geht: Bunt, schnell und mit Luftballons wird gegen den Schwulenhass ins Feld gezogen. Und für den Zuschauer springen dabei interessante Informationen über Serbien und viele, viele Lacher heraus.

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