Das neue Wohnungseigentumsrecht

Rüdiger Fritsch, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Kaum ein anderes Rechtsgebiet hat in den letzten Jahren so viel Bewegung erlebt wie das Wohnungseigentumsrecht. Nach vielen Verzögerungen ist die Novelle des Wohnungseigentumsgesetzes am 26. 3. 2007 (BGBl. 2007 I, 370) verkündet worden und wird am 1. 7. 2007 in Kraft treten . . .

Kaum ein anderes Rechtsgebiet hat in den letzten Jahren so viel Bewegung erlebt wie das Wohnungseigentumsrecht. Nach vielen Verzögerungen ist die Novelle des Wohnungseigentumsgesetzes am 26. 3. 2007 (BGBl. 2007 I, 370) verkündet worden und wird am 1. 7. 2007 in Kraft treten. Wohnungseigentümer und Verwalter müssen sich auf erhebliche Veränderungen einstellen. Von besonderer Bedeutung ist auch, dass der Gesetzgeber sich zum Modell der sog. Teilrechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft bekannt und hierzu umfassende Regelungen geschaffen hat.

Die neuen Bestimmungen auf einen Blick

Die wichtigsten Neuerungen im Rahmen der Novellierung des Wohnungseigentumsgesetzes betreffen:

die Gestaltung der Teil-Rechtsfähigkeit der Eigentümergemeinschaft, die Erweiterung der Beschlusskompetenzen der Wohnungseigentümer, die Ermöglichung von Änderungen der Gemeinschaftsordnung, die Erleichterung der Durchführung baulicher Maßnahmen, die Festlegung der erweiterten Rechte und Pflichten des Verwalters, die Überleitung des Gerichtsverfahrens in die Zivilprozessordnung.

Die Neuregelungen sind überwiegend zu begrüßen, die Verhältnisse zwischen den Wohnungseigentümern untereinander und zur Verwaltung werden flexibler. Der große Wurf, der das Wohnungseigentumsrecht wirklich zum Positiven gewandelt hätte, liegt aber leider nicht vor. Insbesondere die Überleitung der wohnungseigentumsrechtlichen Gerichtsverfahren in die Zivilprozessordnung wird Probleme bereiten, unter anderem werden Wohnungseigentümer zukünftig ohne Anwalt durch das prozessuale Dickicht kaum durchkommen. Rat des Praktikers: Verwalter und Wohnungseigentümergemeinschaften sollten für zukünftige Prozesse Vorsorgebeschlüsse fassen, damit ggf. nach dem 01.07.2007 unverzüglich reagiert werden kann.