Verhängnisvolle Erdbeeren

Dr. Svenja Kahlke-Kreitzberg, Fachanwältin für Arbeitsrecht und für Medizinrecht

Da ist sie wieder, die Erdbeerzeit. Überall werden Erdbeeren zum Straßenverkauf angeboten. So ist es durchaus verlockend, kurz an einem entsprechenden Stand anzuhalten und ein Schälchen mitzunehmen. Wer sich dabei auf den Weg zur oder von der Arbeit befindet, sollte besonders vorsichtig sein . . .

Da ist sie wieder, die Erdbeerzeit. Überall werden Erdbeeren zum Straßenverkauf angeboten. So ist es durchaus verlockend, kurz an einem entsprechenden Stand anzuhalten und ein Schälchen mitzunehmen. Wer sich dabei auf den Weg zur oder von der Arbeit befindet, sollte besonders vorsichtig sein, sonst ergeht es ihm wie einem Arbeitnehmer in einer Entscheidung des Bundessozialgerichtes aus Juli 2013.

Der dortige Kläger befand sich auf dem direkten Heimweg vom Büro nach Hause. Er wollte nur eben links auf ein Privatgrundstück einbiegen, auf dem sich ein Verkaufsstand für Erdbeeren befand. Noch während er auf freie Fahrt wartete, fuhr ein weiterer PKW ungebremst auf sein Fahrzeug auf und der Kläger wurde verletzt. Die Berufsgenossenschaft weigerte sich, diesen Auffahrunfall als Arbeitsunfall anzuerkennen. Der sogenannte Wegeunfall, d.h. ein Unfall auf dem Weg zur oder von der Arbeit, wird als Arbeitsunfall anerkannt. Das Gericht sah in dem beabsichtigten Abbiegevorgang ein Verlassen des Heimweges und konnte Gründe, nach denen die Nahrungsaufnahme in Form von Erdbeeren ausnahmsweise versichert gewesen sei, nicht erkennen. Von daher lehnte auch das Gericht einen Arbeitsunfall ab.

Gleiches gilt von daher auch, wenn auf dem Heimweg mal eben noch ein kleiner Einkauf getätigt werden soll. Auch dann verlässt man den Bereich des Versicherungsschutzes über die arbeitgeberseitige Unfallversicherung.

Dennoch sollte man sich hierdurch den Genuss auf Erdbeeren nicht verderben lassen.