Väterrechte werden gestärkt?!

Angela Krall, Fachanwältin für Familienrecht

Durch verschiedene Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Bundesverfassungsgerichts ist vorgegeben worden, Gesetze zum Sorge- und Umgangsrecht zu reformieren, geht es um Kinder, deren Eltern nicht miteinander verheiratet sind oder waren . . .

Durch verschiedene Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Bundesverfassungsgerichts ist vorgegeben worden, Gesetze zum Sorge- und Umgangsrecht zu reformieren, geht es um Kinder, deren Eltern nicht miteinander verheiratet sind oder waren.

Zwischenzeitlich liegen Referentenentwürfe des Bundesjustizministeriums vor, die an Länder und Verbände zur Stellungnahme übersandt sind.

Inhaltlich sollen neue Rechtsvorschriften regeln, dass beide Elternteile die Verantwortung für ein Kind gemeinsam tragen und damit die elterliche Sorge auch gemeinsam ausüben, sobald die Vaterschaft des Kindes anerkannt oder durch rechtskräftige Entscheidung eines Gerichts festgestellt worden ist.

Bisher ist es so, dass die gemeinsame elterliche Sorge von der Zustimmung der Mutter des Kindes abhängig ist und nur durch Sorgeerklärung erreicht werden kann.

In einem weiteren Gesetzesentwurf wird einem leiblichen Vater auch dann, wenn das Kind bereits in einer sozial-familiären Beziehung lebt, ein Umgangsrecht und ein Auskunftsrecht über die persönlichen Verhältnisse des Kindes eingeräumt.

Das Recht auf Umgang soll dann bestehen, wenn der Vater durch sein Verhalten gezeigt hat, dass er für das Kind tatsächlich Verantwortung tragen will.

Betroffene Väter und Familien dürften mit Spannung die gesetzlichen Reformen erwarten.

Durch die angestrebten Neuregelungen wird auch erwartet, dass Jugendämter und Familiengerichte entlastet werden, weil sie nur noch mit den Fällen befasst werden, soweit Umgang und gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl zuwider laufen, oder noch die Vaterschaft zu einem Kind zu klären ist.