Und das war's mit dem Urlaub!

Dr. Svenja Kahlke-Kreitzberg, Fachanwältin für Arbeitsrecht und für Medizinrecht

Genau dies muss sich der Kläger in dem Fall, den das Oberlandesgericht Düsseldorf am 13. 12. 2007 (Az.: 12 U 39/07) entschieden hat, gedacht haben, als er gemeinsam mit seiner Ehefrau einen gemeinsamen (Pauschal-)Urlaub in die Karabik antreten wollte . . . 

Genau dies muss sich der Kläger in dem Fall, den das Oberlandesgericht Düsseldorf am 13. 12. 2007 (Az.: 12 U 39/07) entschieden hat, gedacht haben, als er gemeinsam mit seiner Ehefrau einen gemeinsamen (Pauschal-)Urlaub in die Karabik antreten wollte.

Statt der gebuchten und zusätzlich bezahlten First Comfort Class sollte er nämlich in der Economy Class Platz nehmen. Der Versuch des Klägers den Reiseveranstalter zu erreichen blieb ohne Erfolg. Daraufhin trat der Kläger die Reise nicht an und forderte den geleisteten Reisepreis zurück sowie Entschädigung wegen nutzlos vertaner Urlaubszeit.

Die Beklagte verteidigte sich im Prozess mit der Argumentation, dass lediglich der Hinflug von der Problematik der Überbuchung der First Comfort Class betroffen worden sei, die sonstigen Reiseleistungen nicht, außerdem hätte man den Kläger mit seiner Ehefrau ja auch von einem anderen Flughafen eventuell noch am selben Tage an den Urlaubsort in der gebuchten Klasse verbringen können.

Das sah das OLG Dpüsseldorf allerdings ganz anders. Es interpretierte das Verhalten des Klägers als eine Kündigung, ohne das eine solche konkret ausgesprochen worden war. Hierzu sei der Kläger auch berechtigt gewesen, da die Reise mit einem erheblichen Mangel behaftet war. Dem Kläger sei es wegen der langen Flugzeit auf die Buchung der First Comfort Class gerade angekommen, schließlich ergab sich hierfür eine Aufschlag auf den Reisepreis von 25%. Darüber hinaus sei es für ihn auch nicht zumutbar gewesen noch eine weitere Wegstrecke zu einem anderen Flugplatz zurück zu legen.

Das OLG Düsseldorf sprach dem Kläger neben der Rückzahlung des Reisepreises auch eine Entschädigung wegen vertanen Urlaubes i.H.v. 50% des Reisepreises zu.

Fazit: Die Entscheidung eine Reise erst garnicht anzutreten sollte gut überlegt werden. In jedem Fall muss versucht werden, den Reiseveranstalter zu erreichen, damit der Mangel gegebenenfalls behoben werden kann. Gelingt dies nicht, so muss im Einzelfall entschieden werden, ob dem Reisenden eine Hinnahme des Mangels zunmutbar ist. Wie die Entscheidung des Gerichtes zeigt, kann hier z.B. auf die Wertigkeit der einzelnen Leistung abgestellt werden. Die Entscheidung eine Reise gar nicht anzutreten birgt m.E. allerdings erhebliche Risiken, da die Entscheidung über die Frage der Erheblichkeit eines Mangels im Ermessen des Gerichtes liegt und somit auch zu dem Ergebnis führen kann, dass der Reisepreis nicht zurückgezahlt werden muss und eine Entschädigung für vertanen Urlaub nicht gezahlt werden muss. Hierfür dürfte jedem sein Urlaub zu schade sein...