Urlaub und Unterhalt, geht das?

Angela Krall, Fachanwältin für Familienrecht

Lebt ein gemeinsames Kind nach Trennung und Scheidung seiner Eltern im Haushalt seiner Mutter, die es betreut und versorgt, so stellen sich Väter, die den Barunterhalt für das Kind zahlen, häufig die Frage, ob sie den Kindesunterhalt auch in den Sommerferien zahlen müssen, wenn sie selbst mit dem Kind Urlaub machen . . .

Lebt ein gemeinsames Kind nach Trennung und Scheidung seiner Eltern im Haushalt seiner Mutter, die es betreut und versorgt, so stellen sich Väter, die den Barunterhalt für das Kind zahlen, häufig die Frage, ob sie den Kindesunterhalt auch in den Sommerferien zahlen müssen, wenn sie selbst mit dem Kind Urlaub machen. Drei Wochen mit dem Kind zu verreisen erfordert ohnehin einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand. Daneben auch noch, wie immer, den monatlichen Unterhalt zu zahlen, halten Väter oft für nicht angemessen.

Nach den gesetzlichen Vorschriften kommt derjenige, der ein minderjähriges Kind betreut, seiner Unterhaltsverpflichtung durch die Betreuung und Versorgung nach. Zum Barunterhalt ist er für das minderjährige Kind dann selbst nicht verpflichtet.

In der zeitweiligen Versorgung eines Kindes während der Umgangszeiten, z. B. am Wochenende oder in den Ferien, erbringt jedoch der sonst allein Barunterhaltspflichtige selbst Betreuungs- und Versorgungsleistungen. Dennoch haben die Gerichte und auch der Bundesgerichtshof in mehreren Entscheidungen klargestellt, dass Umgangs- und Ferienzeiten keinen Einfluss auf den zu zahlenden monatlichen Unterhalt haben. Diese Zahlungsverpflichtung wird durch eine vorübergehende Versorgung eines Kindes nicht aufgehoben. Erst wenn Vater oder Mutter in fast gleichem Umfang ein Kind betreuen oder versorgen, nimmt dies Einfluss auf Zahlungspflichten.

Fazit: Neben den Aufwendungen für den gemeinsamen Urlaub oder in Umgangszeiten ist der Unterhalt, wie üblich, zu bezahlen.