Verkehrsunfall und Schadenersatzansprüche Teil 3

Jochen Ohliger, Fachanwalt für Strafrecht und für Verkehrsrecht

Sachschäden an anderen Gegenständen wie Brillen, Bekleidung etc. sind grundsätzlich natürlich zu zahlen, Schwierigkeiten ergeben sich hier bei der Bestimmung des Neupreises ebenso, wie bei Abzügen „Neu für Alt“, die von der Versicherung regelmäßig vorgenommen werden . . .

Zur juristischen Ausgangssituation und den Reparaturschäden am Fahrzeug ist in den vergangenen Ausgaben bereits Stellung genommen worden. Sachschäden an anderen Gegenständen wie Brillen, Bekleidung etc. sind grundsätzlich natürlich zu zahlen, Schwierigkeiten ergeben sich hier bei der Bestimmung des Neupreises ebenso, wie bei Abzügen „Neu für Alt“, die von der Versicherung regelmäßig vorgenommen werden und deren Höhe natürlich immer streitig sein kann.

Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Mobilität während der Ausfallzeit, d.h., auf Zahlung eines Mietwagens. Hier ein sehr weites Feld, um über die Höhe der Mietwagenkosten, die zwischen den entsprechenden Firmen und den Versicherern eigentlich sehr häufig streitig ist, in Diskussionen zu geraten. Alternativ kann, die Höhe orientiert sich am Fahrzeugtyp, auch Nutzungsausfall in Anspruch genommen werden. Hierzu existiert eine Tabelle mit vielen tausenden von Fahrzeugtypen in der nachgeschlagen werden kann (Sanden und Danner).

Im weiteren Verlauf wird, anders als im Europäischen Ausland, der Geschädigte allerdings eigentlich relativ umfangreich freigestellt, sei es Abschlepp- und Bergekosten, Wiederzulassungskosten, Standkosten, Finanzierungskosten, Fahrzeugentsorgung, nicht von der Krankenkasse übernommene Heilbehandlungs- und Arztkosten, Auslagenpauschalen etc. Man benötigt naturgemäß (Sammeln ist wichtig) Quittungen und darf naturgemäß nicht vergessen, die Positionen auch geltend zu machen, freiwillige Zahlungen von Versicherern erscheinen eher unwahrscheinlich.

Im immateriellen Bereich berechnet sich die Höhe eines Schmerzensgeldes, welches nie amerikanische Verhältnisse auch nur annähernd erreichen wird, naturgemäß im Wesentlichen nach der Dauer der Beeinträchtigung und der Frage, ob es zusätzlich zum Dauerschaden gekommen ist. Der Jurist der vorgibt, dass „richtige“ Schmerzensgeld zu kennen, schneidet zumindest auf. Hier ein sehr schwieriges Gebiet, was sich jeweils am Einzelfall orientieren muss. Gegebenenfalls sind Vorbehalte für die Zukunft zu vereinbaren, Verdinestausfall ist geltend zu machen und – Hausfrau – gibt es auch einen fiktiven Haushaltsführungsschaden, der ebenfalls kompliziert berechnet werden muss und ebenfalls nicht zu den freiwillig zu übernehmenden Schadenpositionen eines Versicherers gehört.

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Endgültigkeit, all dies muss jeweils am Einzelfall orientiert aufgegeben und berechnet werden mit der Maßgabe, dass eine umfassende Beratung eigentlich nur durch einen Rechtsanwalt und nicht durch eine der vielfachen Stellen erfolgen kann, die heute nach dem Rechtsberatungsgesetz auch ansatzweise entsprechende Möglichkeiten haben.