Wie war’s im Urlaub?

Dr. Svenja Kahlke-Kreitzberg, Fachanwältin für Arbeitsrecht und für Medizinrecht

Eine alleinerziehende Mutter buchte für sich und ihre beiden Kinder eine Pauschalreise in einem Club-Hotel in der Türkei – all inclusive waren nicht nur die Verpflegung, sondern auch eine Reihe von Unannehmlichkeiten . . .

Eine alleinerziehende Mutter buchte für sich und ihre beiden Kinder eine Pauschalreise in einem Club-Hotel in der Türkei – all inclusive waren nicht nur die Verpflegung, sondern auch eine Reihe von Unannehmlichkeiten.

Der erste Ärger kam auf, als unsere Mutter zwei Ameisenstraßen im Zimmer entdeckte. Hierzu stellt das mit der Sache befasste Amtsgericht Düsseldorf immerhin fest, dass ein solcher Zustand zwar einen Mangel darstelle dass aber, wenn Gäste keine Maßnahmen dagegen ergreifen, nur eine Minderung des Reisepreises i. H. v. 10 Prozent berechtigt sei (AG Düsseldorf, Urt. vom 23. 10. 2008, - 27 C 8283/08). Unschön war für unsere Mutter auch der Swimming-Pool, der sich neben einer ständigen Sonnenölschicht und toten Wespen durch einen andauernden muffigen Gestank auszeichnete. Hierzu das Gericht: „Bei dem ... Zustand der Swimmingpools handelt es sich um eine typische Erscheinung im Zuge des Massentourismus mit denen ein Reisender ... , insbesondere während der Hochsaison rechnen muss". Bei einer Anlage, die 594 Gäste fasse und einem Reisepreis für Erwachsene von täglich 85 EUR, könne man nicht davon ausgehen, dass dieses Hotel über ausreichende Servicekräfte verfügt, die eine ständige Sauberhaltung aller Hoteleinrichtungen ermöglicht.

Schließlich ärgerte sich unsere Mutter auch über einige Spinnweben mit Spinnen im Zimmer. Hier vertritt das AG Düsseldorf die Auffassung, das solche durch den Reisenden selbst zu beseitigen seien und daher nicht zu einer Reisepreisminderung berechtigen.

Erfolg hatte unsere Mutter dann noch wegen Fugenverfärbungen im Bad, für die das Amtsgericht Düsseldorf immerhin auf 3 Prozent Reisepreisminderung erkannte.

Insgesamt verlief der Urlaub also eher unerfreulich und das hiernach geführte Verfahren vor dem AG Düsseldorf endete mit einer Reisepreisminderung von gerade mal 182,42 EUR gegenüber dem Reisepreis von 1.403,20 EUR

Mein Kommentar: Auch wenn die Entscheidung des AG Düsseldorf auf den ersten Blick insbesondere hinsichtlich der Ausführungen betreffend den Swimming-Pool hart erscheinen, dürfte das Ergebnis richtig sein. Bei einem besonders niedrigen Pauschalreisepreis muss man daher damit rechnen, dass im Bereich Service entsprechende Abstriche zu machen sind.