Paketinhalt weg – wer haftet?

Henrike Krimmel, Fachanwältin für Familienrecht und für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Im Zeitalter von Internetauktionen und damit ständig steigendem Paketverkehr ist diese Frage immer bedeutungsvoller geworden. In unserem Fall erwartete den glücklichen Ersteigerer eines Laptops nebst Laptoptasche eine böse Überraschung, als er das heiß ersehnte Paket öffnete . . .

Im Zeitalter von Internetauktionen und damit ständig steigendem Paketverkehr ist diese Frage immer bedeutungsvoller geworden.

In unserem Fall erwartete den glücklichen Ersteigerer eines Laptops nebst Laptoptasche eine böse Überraschung, als er das heiß ersehnte Paket öffnete: Die Laptoptasche war vorhanden, vom Inhalt der Tasche, dem Laptop selbst fehlte jede Spur.

Nachforschungen bei der DHL ergaben, dass das Paket bei der Aufgabe 5 kg gewogen hatte, beim Käufer allerdings nur mit 1 kg Gewicht angekommen war.

Verdunstet ein Laptop auf dem Postwege? Meistens nicht, hier wurde der Inhalt der Tasche offensichtlich während des Transportes gestohlen. Wer haftete nun im vorliegenden Fall.

Für diese Frage entscheidend war, ob es sich um einen Kauf zwischen Privatleuten oder um einen Kauf zwischen Unternehmer und Verbraucher handelte.

a. Wurde der Laptop von einem Verbraucher zur hauptsächlich privaten Nutzung bei einem Unternehmen gekauft, so handelte es sich um einen Verbrauchsgüterkauf nach § 474 BGB. Hier trägt der Verkäufer als Unternehmer das Versandrisiko.

b. Handelt es sich um einen Kauf unter Privatpersonen, so gilt genau das Gegenteil, der Verkäufer haftet nur für die ordnungsgemäße Aufgabe des Pakets, das Transportrisiko liegt beim Käufer, § 447 BGB.

Im vorliegenden Fall, beide Parteien waren Privatleute, hätte der Verkäufer also das Geld nicht erstatten müssen, der Käufer hätte sich mit dem Transportunternehmen herumschlagen dürfen.

Dass heißt, der am Geschehen eigentlich völlig unschuldige Käufer trägt für den Prozess über eine von ihm nicht veranlasste Versendung das volle Risiko, wirklich unbefriedigend!

Praktiker-Tipp: Wenn Sie das nächste Mal ein wertvolles Schnäppchen in einer Internetauktion ersteigern und der Veräußerer ist ein Privatmann, dann denken Sie ernsthaft darüber nach, die kostbare Fracht zu versichern, das Transportrisiko liegt in vollem Umfang nämlich bei Ihnen.