Neue Beschädigung bei Nachbesserung

Henrike Krimmel, Fachanwältin für Familienrecht und für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Der glückliche Neueigentümer eines Peugeot 206 hatte wahrlich nichts zu lachen. Erst überwog die große Freude über sein neues Auto. Doch diese hielt nicht lange, denn schon kurze Zeit später fingen die Probleme an . . .

Der glückliche Neueigentümer eines Peugeot 206 hatte wahrlich nichts zu lachen.

Erst überwog die große Freude über sein neues Auto. Doch diese hielt nicht lange, denn schon kurze Zeit später fingen die Probleme an. Zunächst wollte das Auto nicht so, wie er wollte. Es gab immer wieder Probleme mit dem Anlasser.

Aus diesem Grunde brachte der Eigentümer sein Auto insgesamt drei Mal in die Servicewerkstatt des Verkäufers zur Nachbesserung. Bereits dadurch war die Freude an dem schönen neuen Auto stark getrübt. Als dann allerdings bei dem letzten Nachbesserungsversuch dem Mechaniker ein Missgeschick passierte, war die Geduld und die Freude endgültig am Ende.

Was war passiert?

Bei einem Startversuch hatte der Mechaniker vergessen, zuvor in den Leerlauf zu schalten, mit der Folge, dass das Auto einen Satz nach vorne vor die Werkbank machte. Laut Sachverständigengutachten wurde der dadurch entstandene Schaden immerhin auf 2771,19 EUR beziffert. Hinzu kam durch den Unfall eine verbleibende Wertminderung von 950 EUR.

Wutentbrannt forderte der Käufer sein Geld zurück. Er wollte nunmehr von seinem geliebten neuen Auto nichts mehr wissen. Er verlangte von dem Verkäufer Rückzahlung des Kaufpreises zuzüglich Kosten für bereits gekaufte Winterreifen Zug um Zug gegen Rücknahme des Pkws.

Sicherlich eine allzu verständliche Reaktion des Käufers nach dem ganzen Ärger. Allerdings hatte das OLG Saarbrücken, dem dieser Fall zur Entscheidung vorlag, kein Herz für den armen geplagten Käufer. In seiner Entscheidung vom 25. 7. 2007, Az. 1 U 467/06 stellte der Senat klar, dass eine neue Beschädigung bei dem Versuch der Nachbesserung nicht zu einem Rücktrittsrecht des Käufers führe. Dies wurde von den Richtern damit begründet, dass die ursprüngliche Mängelbeseitigung nichts mit dem durch den Mechaniker verursachten Schaden zu tun hat. Die Mängel hinsichtlich des Anlassers wurde im Rahmen der Gewährleistung erfolgreich - zwischen den Parteien unstreitig - beseitigt. Dass das Auto bei der Mängelbeseitigung beschädigt wurde, führt nicht zu einem Fehlschlagen der Nachbesserung mit der Folge der Rückabwicklung des Kaufvertrages. Den durch das Missgeschick verursachten Minderwert des Pkws erhält der Käufer selbstverständlich im Rahmen eines neben dem Gewährleistungsanspruch bestehenden Schadensersatzanspruchs nach § 280 Abs. 1BGB.