Verkehrsunfall und Mobilität

Jochen Ohliger, Fachanwalt für Strafrecht und für Verkehrsrecht

Grundsätzlich ist der unverschuldete Geschädigte nach einem Verkehrsunfall so zu stellen, als hätte es diesen nicht gegeben. Konsequenz hieraus ist dann die Möglichkeit, ein Ersatzfahrzeug in Anspruch zu nehmen . . .

Grundsätzlich ist der unverschuldete Geschädigte nach einem Verkehrsunfall so zu stellen, als hätte es diesen nicht gegeben. Konsequenz hieraus ist dann die Möglichkeit, ein Ersatzfahrzeug in Anspruch zu nehmen.

In den Fällen, in denen dies persönlich nicht für erforderlich erachtet wird, kann alternativ sogenannter Nutzungsausfall von der Versicherung gefordert werden, Voraussetzung ist zunächst ein Nutzungswille und eine Nutzungsmöglichkeit (bei Krankenhausaufenthalt scheidet auch Nutzungsausfall regelmäßig aus) sowie die Tatsache, dass das Fahrzeug in Folge des Schadens tatsächlich entbehrt worden ist. Regelmäßig bedeutet dies eine durchgeführte Reparatur. Der Versicherung gegenüber muss der entsprechende Nachweis geführt werden, dies ist dann völlig unproblematisch, wenn eine Reparaturkostenrechnung vorgelegt wird. Der Reparaturbetrieb bestätigt in diesem Zusammenhang dann auch die Dauer der Ausfallzeit.

Etwas anderes gilt bei fiktiver Abrechnung, d. h., wenn auf der Basis eines vorliegenden Gutachtens beispielsweise eine Eigenreparatur durchgeführt wird oder aber die Reparaturkostenrechnung wegen eines eventuell günstigeren Reparaturweges nicht präsentiert werden kann/soll. Wenn man dann nicht auf die Schadenposition verzichten will, bestehen verschiedene Möglichkeiten des Beleges:

a.) Es kann eine Nachbesichtigung bei dem Kfz-Gutachter erfolgen, der bereits die Schadenhöhe festgestellt hat. Dieser testiert die Reparatur und damit den Ausfall. Probleme bestehen dann, wenn er diese Bescheinigung vergütet gesehen will, die Rechtsprechung ist insoweit zu einer Zahlungsverpflichtung des Versicherers uneinheitlich.

b.) Es wird ein Foto mit einer Tageszeitung (Datum) im Bereich der reparierten Fahrzeugpartie an die Versicherung weitergeleitet.

c.) Es wird die schriftliche Bestätigung eines Zeugen zur Verfügung gestellt.

Die Höhe des kalendertäglichen Ausfallschadens ist je nach Fahrzeugtyp und Motorisierung unterschiedlich, sie ergibt sich aus einer von Sanden/Danner gefertigten Tabelle. Häufig gibt es, und sei es zur Dauer des Nutzungsausfalls, hier diverse Reibungspunkte mit dem zur Regulierung berufenen Versicherer. Sinnvollerweise sollte bei dieser Konstellation – damit nichts falsch gemacht wird – von Beginn an anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden.