Im Keller nur Krempel!

Gerade Dinge, die man nur in der Urlaubszeit benötigt, werden aus Platzgründen gerne im Keller verstaut. Wird dann aber in die Kellerräume eingebrochen, kommt es möglicherweise zu einer bösen Überraschung . . .

Gerade Dinge, die man nur in der Urlaubszeit benötigt, werden aus Platzgründen gerne im Keller verstaut. Wird dann aber in die Kellerräume eingebrochen, kommt es möglicherweise zu einer bösen Überraschung, wie die Entscheidung des Landgerichts Berlin vom 5. 12. 2012 (Az. 23 O 438/11) zeigt.

Der Mieter in einem Mehrfamilienhaus hatte einen Keller, der so aussah, wie Millionen Keller nun mal aussehen: ein Holzlattenverschlag, der mit einem Vorhängeschloss gesichert war. In diesem Keller bewahrte der Mieter seine Taucherausrüstung auf, also Taucherjacken, Lungenautomatensets, Masken, Schnorchel usw. Wäre im Schlafzimmerschrank ja auch schwer unterzubringen gewesen. Allerdings war die Ausrüstung nicht ganz billig, immerhin 14.000 € Neuwert, behauptete der Mieter.

Vorhängeschloss reicht nicht

Als der Keller dann aufgebrochen wurde und die Ausrüstung weg war, kam das böse Erwachen. Die Hausratversicherung weigerte sich nämlich, den Schaden vollständig zu regulieren und berief sich auf grobe Fahrlässigkeit des Mieters. Und das Landgericht Berlin gab der Versicherung Recht. Bei einem Holzlattenverschlag sei es nun einmal möglich, in den Keller einzusehen, ob es dort wertvolle Gegenstände gebe. Die üblichen Vorhängeschlösser seien eine deutlich schlechtere Sicherung als das BKS-Schloss einer Wohnungseingangstür, darüber hinaus könne bei einem Mehrfamilienhaus nie ausgeschlossen werden, dass sich Unbefugte Zugang zum Keller verschafften und dann dort ungestört ihr Unwesen trieben. Alle diese Umstände begründeten grobe Fahrlässigkeit, wenn man dann derart wertvolle Gegenstände im Keller aufbewahre.

Eine bedenkenswerte Entscheidung, die die Versicherungswirtschaft sich sicher gerne für andere Fälle zunutze machen wird. Nun mag eine Taucherausrüstung für 14.000 € ein Extremfall sein. Aber was ist mit einem wertvollen Fahrrad, das auch schnell ein paar tausend Euro kosten kann? Mit teuren Elektronikgeräten, die im Keller stehen, weil sie gerade nicht in Gebrauch sind? Oder gar der wertvolle antike Christbaumschmuck? Da kann jedem nur geraten werden, mal wieder den Keller aufzuräumen, um sicher zu gehen, dass sich dort keine „Schätzchen“ befinden, sondern tatsächlich nur „Krempel“.