Kölle Alaaf . . .

Henrike Krimmel, Fachanwältin für Familienrecht und für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Bald ist es wieder soweit und jeder Jeck ist unterwegs, um am Rosenmontagszug teilzunehmen. Allerdings können Kamelle manchmal auch unangenehme Folgen haben, die nicht am Aschermittwoch vorbei sind . . .

Bald ist es wieder soweit und jeder Jeck ist unterwegs, um am Rosenmontagszug teilzunehmen. Allerdings können Kamelle manchmal auch unangenehme Folgen haben, die nicht am Aschermittwoch vorbei sind. In einigen Fällen hat die jecke Karnevalszeit noch weitergehende Auswirkungen, mit denen sich auch die Gerichte zu beschäftigen haben.

Vorliegend hatte das Amtsgericht Köln über einen solchen Fall zu entscheiden. Eine Besucherin des Rosenmontagszugs in Köln wurde beim Feiern und dem Versuch Kamelle zu fangen von einem Schokoriegel im Gesicht getroffen. Dadurch erlitt sie eine Verletzung an ihrem Auge, die wiederum zwei Krankenhausaufenthalte nach sich zog.

Dies nahm sie zum Anlass, auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gegen die Tanzgruppe zu klagen, die diese geworfen hatte. Des Weiteren verklagte sie denjenigen, der als Sponsor auf dem Schokoriegel aufgedruckt war.

Im Ergebnis blieben ihre Bemühungen allerdings ohne Erfolg. Der zuständige Richter des Amtsgerichts begründete seine Entscheidung damit, dass jeder „Jeck“, der am Rosenmontagszug teilnehme, damit rechnen müsse, von Strüßje, Kamelle und Ähnlichem getroffen zu werden. Die Klägerin hatte eingewandt, dass der Schokoriegel nicht hätte geworfen werden dürfen.

Dagegen führte das Gericht in seiner Entscheidung aus, dass diese Argumentation der Klägerin fern jeder Lebensrealität sei. Im Karneval sei es Tradition, sowie üblich und erlaubt, mit Kamelle, Strüßje und anderen Süßigkeiten zu werfen. Jeder Zuschauer/Jeck müsse daher aufpassen oder aber vom Zug fernbleiben (AG Köln, 123 C 254/10).

Fazit: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um, bzw. was wäre der Rosenmontagszug ohne Kamelle?