Beförderung als Katastrophe

Henrike Krimmel, Fachanwältin für Familienrecht und für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Was auf den ersten Blick überraschend bis blöde klingt, ist jüngst einmal wieder Wirklichkeit geworden. So geschehen in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Urteil des Bundesarbeitsgerichtes . . .

Was auf den ersten Blick überraschend bis blöde klingt, ist jüngst einmal wieder Wirklichkeit geworden. So geschehen in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Urteil des Bundesarbeitsgerichtes.

Ausgangslage: Ein Mitarbeiter, nicht mehr der jüngste, war seit ewigen Zeiten bei ein und derselben Firma beschäftigt, und zwar als gut verdienender angestellter Abteilungsleiter.

Stattdessen aber sagte der Arbeitgeber zu dem Angestellten, er sei doch besonders tüchtig und verdienstvoll, ob er nicht Mitgeschäftsführer der Arbeitgeber-GmbH werden wolle.

Unser Freund fühlte sich sehr geschmeichelt und geehrt, für die Familie wuchs der Ehemann/Vater zum Helden heran. Kurz: Es wurde ein Geschäftsführervertrag unterschrieben, eine mehrjährige Vertragslaufzeit wurde nicht vereinbart und das Leben ging weiter.

Das Eigentor ist geschossen! Das Leben ging nämlich nicht mehr lange so weiter, denn nach gar nicht langer Zeit riefen die Gesellschafter der Firma unseren Neu-Geschäftsführer wieder ab und kündigte das Geschäftsführerdienstverhältnis mit der kurzen gesetzlichen Frist (am Monatsfünfzehnten zum Monatsletzten).

Der Gekündigte klagte zum Arbeitsgericht und vertrat die Auffassung, sein früherer Arbeitsvertrag habe während der Geschäftsführerzeit nur „geruht“ und sei nach Beendigung des Geschäftsführerdienstverhältnisses wieder aufgelebt.

Sozialen Status nicht aufgeben! Dieser Ansicht erteilt das Bundesarbeitsgericht eine deutliche Absage: Generell sei es vielmehr so, dass mit der Begründung des Geschäftsführerverhältnisses normalerweise das Arbeitsverhältnis beendet werde; von der Konstruktion eines automatischen Wiederauflebens des Arbeitsverhältnisses nach Beendigung des Geschäftsführerverhältnisses hält das Bundesarbeitsgericht nichts.

Anders sei dies nur dann, wenn es ganz gewichtige Umstände hierfür gäbe (Einzelfallfrage) oder etwas derartiges bei der Begründung des Geschäftsführervertrages ausdrücklich vereinbart sei. Beide Voraussetzungen lagen hier nicht vor, aus dem erhofften beruflichen Aufstieg war ein tiefer Fall geworden.