„Waldmeister“ komm her! – Was könnte dahinter stecken?

Angela Krall, Fachanwältin für Familienrecht

Die Lektüre von Geburtsanzeigen in der Tagespresse erwecken zuweilen den Eindruck, Eltern wählen als Vornamen ihres neu geborenen Kindes einen Vornamen aus nach dem Motto: Je ausgefallener, desto besser . . .

Die Lektüre von Geburtsanzeigen in der Tagespresse erwecken zuweilen den Eindruck, Eltern wählen als Vornamen ihres neu geborenen Kindes einen Vornamen aus nach dem Motto: Je ausgefallener, desto besser!

So müssen die Eltern gedacht haben, die bei einem Standesamt für ihren Sohn die Eintragung „Waldmeister“ als Vornamen beantragten. Der zuständige Standesbeamte lehnte die Beurkundung des Namens ab.

Auch das Amtsgericht, das auf Antrag der Eltern den Standesbeamten zur Beurkundung des Vornamens anweisen sollte, wies den Antrag der Eltern zurück und half der Beschwerde gegen die Zurückweisung nicht ab und legte sie dem zuständigen Oberlandesgericht zur Entscheidung vor.

Das OLG folgte der Auffassung des Amtsgerichts, so dass auch hier die Eltern des Kindes mit ihrem Anliegen scheiterten. Das OLG begründete die Zurückweisung der Beschwerde unter anderem wie folgt:

Die Eltern eines Kindes sind zwar berechtigt, den Vornamen des Kindes zu bestimmen. Die elterliche Sorge umfasse auch dieses Recht. Allerdings seien die Eltern gehalten, bei der Entscheidung, welchen Namen das Kind tragen soll, verantwortungsvoll zu handeln unter Beachtung des Kindeswohls. Das OLG sah in der Wahl des Vornamens „Waldmeister“ die Gefahr begründet, dieser Vorname werde befremden oder Anstoß erregen, das Kind der Lächerlichkeit preisgeben oder in der Entfaltung seiner Persönlichkeit beeinträchtigen.

Das Wort „Waldmeister“ im deutschen Sprachraum findet sich als Geschmacksrichtung von Speiseeis und Erfrischungsgetränken wieder bzw. als Berufsbezeichnung oder werde mit einer Pflanze assoziiert. Dieser Kontrast zwischen der bekannten und gewöhnlichen Bezeichnung von Sachen einerseits und der überraschenden Verwendung als Vornamen andererseits liefert Grund dafür, dass ein solcher Vorname als lächerlich empfunden werde und seinen Träger lächerlich machen könne.

Fazit:<br> Die Freiheit von Eltern, einen beliebigen Vornamen für ihr Kind zu wählen, findet dann ihre Grenze, wenn die Namenswahl das Kindeswohl zu beeinträchtigen droht. Eltern sollten somit den Namen ihres Kindes so auswählen, dass eine Kindeswohlgefährdung ausgeschlossen ist.