USA versprechen Hilfe beim Schutz von Kundus

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Afghanische Regierungskräfte bereiten sich auf die Rückeroberung von Kundus vor. Foto: epa

Wochenlang waren im Pentagon alle Augen auf Syrien und den Irak gerichtet. Nach der überraschenden Taliban-Offensive in Kundus rückt Afghanistan nun wieder an die Spitze der US-Agenda - nicht zuletzt, weil die IS-Terrormiliz dort bereits in den Startlöchern sitzt.

Washington (dpa) - Nach der Einnahme der Stadt Kundus durch die Taliban haben die USA der afghanischen Regierung Unterstützung zugesichert. Washington werde genügend Mittel bereitstellen, um die in den vergangenen 13 Jahren gemachten Landgewinne zu schützen, sagte Pentagonsprecher Peter Cook.

Die Lage in Kundus bleibe nach der Eroberung der Stadt durch die radikalislamischen Taliban "fließend", sagte Cook.

Die USA hatten die Gegenoffensive der afghanischen Streitkräfte mit einem Luftangriff sowie mit Überwachungsflügen unterstützt, sich beim Vormarsch der Taliban sonst aber zurückgehalten. Grund für diese Entscheidung sei die mögliche Gefahr für die Zivilbevölkerung gewesen, sagte Cook. Die afghanischen Streitkräfte machten eine "schwierige Zeit" durch. Die USA würden weiter mit Präsident Aschraf Ghani kooperieren, der die Rückeroberung der Provinzhauptstadt versprochen hatte.

Der EU-Sonderbeauftragte für Afghanistan warnte unterdessen vor einem Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem Land. "In den vergangenen Wochen hat sich der IS in Afghanistan neu formiert", schreibt Franz-Michael Mellbin in einem Beitrag in der Zeitung "Die Welt". Die Extremisten hätten unter anderem Stammesführer brutal ermordet und ganze Familien gefangen genommen.

Der Vormarsch der Taliban hat in Deutschland eine Diskussion über eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Nordafghanistan ausgelöst. Die Bundeswehr hatte sich vor zwei Jahren aus Kundus zurückgezogen, ist aber noch im 150 Kilometer entfernten Masar-i-Scharif stationiert - allerdings nur zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Armee.

"Die Afghanen sind noch nicht so weit, dass wir sie allein lassen können", sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Wolfgang Hellmich (SPD), der "Welt". Er plädierte für eine Fortsetzung der Ausbildungsmission über 2016 hinaus. Auch der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold, forderte "in Abstimmung mit den Amerikanern eine sorgfältige Debatte über den Zeitpunkt des Abzugs".

Für eine Verlängerung des Engagements plädiert auch der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn. "Die aktuelle Entwicklung in Kundus macht fassungslos und wütend", sagte er der "Welt". Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte dem Nachrichtenportal Focus Online: "Klar ist: Ein Abzug oder eine Reduzierung unseres Einsatzes ist zu früh."

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