UN-Berichterstatter für Palästinensergebiete legt Amt nieder

+
Sitzung des UN-Menschenrechtsrates im europäischen Hauptquartier der Vereinten Nationen in Genf. Foto: Salvatore Di Nolfi

Genf/Jerusalem (dpa) - Der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrates für die israelisch besetzten palästinensischen Gebieten tritt zurück, weil er von Israel behindert wird.

Ihm sei trotz mehrfacher Bemühungen nie der Zugang zum Gazastreifen oder zu Teilen des Westjordanlandes gewährt worden, erklärte der Indonesier Makarim Wibisono.

"Bedauerlicherweise wurden meine Bemühungen, das Leben von palästinensischen Opfern der israelischen Besatzung zu verbessern, immer wieder zunichtegemacht", erklärte Wibisono laut einer Mitteilung des UN-Menschenrechtsrates. Er habe seinen Rücktritt zum 31. März erklärt. Bei der Übernahme des Mandats 2014 sei ihm von Israel noch versichert worden, er dürfe "als "unparteiischer und objektiver Beobachter" die besetzten Gebiete besuchen. Auf ein solches Ersuchen vom Oktober 2015 habe Israel nicht einmal geantwortet.

Das israelische Außenministerium ging nicht im Einzelnen auf die Vorwürfe ein. Man schätze Wibisono als aufrichtigen Mann, teilte das Ministerium mit. Er sei jedoch gezwungen gewesen, das Amt niederzulegen, weil der Posten es ihm nicht ermöglicht habe, ausgewogen zu sein. "Die Unausgewogenheit betrifft nicht nur diesen Posten, sondern das gesamte Verhalten des UN-Menschenrechtsrats." Solange dies so sei, werde Israel sich entsprechend verhalten.

Makarim Wibisonos UN-Seite

Israels Außenministerium

Kommentare

Meistgelesen

Beschämend: Debatte zu Aleppo im Bundestag - und keinen interessiert es
Beschämend: Debatte zu Aleppo im Bundestag - und keinen interessiert es
Bis zu 20.000 Euro: Familien sollen Geld für Hausbau erhalten
Bis zu 20.000 Euro: Familien sollen Geld für Hausbau erhalten
Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich: Die letzten Umfragen und Prognosen
Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich: Die letzten Umfragen und Prognosen
Verkehrssündern drohen höhere Bußgelder
Verkehrssündern drohen höhere Bußgelder
Viele BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest
Viele BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest