Umfrage: CSU ohne absolute Mehrheit

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CSU-Chef Horst Seehofer Ende Mai in München. Laut Umfrage müsste die CSU derzeit massive Verluste hinnehmen. Foto: Peter Kneffel

Die Flüchtlingskrise hat die Umfragewerte der CDU in den Keller getrieben. Die CSU blieb bisher verschont. Das bei der CSU unbeliebte Forsa-Instituts kommt zu anderen Zahlen - und löst Streit aus.

Hamburg (dpa) - Erstmals seit Beginn der Flüchtlingskrise ist die CSU laut einer Umfrage vom bundesweiten Abwärtssog der Union erfasst. Die CSU würde demnach bei einer Wahl derzeit um fast acht Punkte auf 40 Prozent abrutschen und damit ihre absolute Mehrheit im Landtag verlieren.

Dies geht aus einer Forsa-Untersuchung für das Magazin "Stern" hervor. Die AfD hingegen steigt demnach auch in Bayern auf zehn Prozent. Die Interpretation von Forsa-Chef Manfred Güllner: "Die Ergebnisse zeigen, dass Horst Seehofers wiederholte Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel also keinesfalls Wähler am rechten Rand der CSU binden."

Die CSU-Spitze reagierte verärgert und attackierte anschließend den Meinungsforscher: "Bei allen seriösen Umfrageinstituten liegt die CSU seit vielen Monaten und auch zeitgleich stabil um 48 Prozent", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer auf Anfrage. Güllner mache mit Forsa keine Umfragen, sondern Stimmung. "Sowas überhaupt zu veröffentlichen, ist stümperhaft und unprofessionell."

CSU-Chef Horst Seehofer beschuldigt Güllner seit Jahren, mit seinem Umfragen Politik machen zu wollen. In der Tat waren die Umfragewerte der CSU bei allen anderen Instituten in den vergangenen Monaten besser. Allerdings gibt es in der CSU-Spitze vereinzelte warnende Stimmen, die den guten Umfragen misstrauen - insbesondere wegen des schlechten Abschneidens bei der Europawahl 2014. Damals waren die Umfragewerte ebenfalls höher als das tatsächliche Wahlergebnis von 40,5 Prozent - der bisherige Tiefstand der CSU bei einer Europawahl.

Seehofer hat mit seinem Kurs in der Flüchtlingspolitik die große Mehrheit der CSU-Spitze hinter sich. Es gibt aber auch andere Stimmen in der Partei: Der frühere Landtagsfraktionschef Alois Glück äußerte schon vor Veröffentlichung der Umfrage Bedenken: "Massive Erosionserscheinungen in der Beziehung zur CSU gibt es zum Beispiel bei denjenigen, die sich für Flüchtlinge engagiert haben. Manche Äußerungen und Bewertungen zur Willkommenskultur wirken hier entsprechend negativ", sagte Glück der "Passauer Neuen Presse".

CSU-Generalsekretär Scheuer wies auch das zurück: "Bei allen Verdiensten von Alois Glück in der Vergangenheit: Seine einseitige Sichtweise ist unzutreffend." Keine andere Partei in Bayern und in Deutschland sei gerade in der Flüchtlingskrise so nah an den Sorgen und Bedürfnissen der ganzen Bevölkerung. "Der Dreiklang gilt: Humanität, Integration, aber auch Begrenzung."

Auch die SPD würde laut Forsa 4,6 Prozentpunkte verlieren und auf 16 Prozent sinken. Die Grünen hingegen sind laut Umfrage derzeit so stark in Bayern wie noch nie: Sie würden um 5,4 Prozentpunkte auf 14 Prozent zulegen. "Die Verschiebungen bei der heutigen Umfrage zeigen, dass die Menschen unsere klare Haltung im Umgang mit Flüchtlingen teilen", sagte der Landesvorsitzende Eike Hallitzky der dpa.

Die Freien Wähler kämen laut Forsa aktuell auf 6 Prozent (minus 3). An der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden der Umfrage zufolge die FDP (4 Prozent) und die Linke (3 Prozent).

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