Ein Demonstrant getötet

Türkei: Soldaten beenden Demonstration von Kurden

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Kurdische Demonstranten.

Lice - Auf einem Friedhof kam es am Dienstag zu Auseinandersetzungen zwischen türkischen Soldaten und kurdischen Demonstranten. Dabei wurde ein Demonstrant getötet, mehrere verletzt.

Beim Abbau einer umstrittenen Statue eines Mitbegründers der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat es im Südosten der Türkei tödliche Zusammenstöße zwischen kurdischen Demonstranten und Soldaten gegeben. Ein Demonstrant wurde am Dienstag bei den Unruhen auf einem Friedhof der Kleinstadt Lice getötet, zwei weitere wurden verletzt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Lage blieb auch nach der Demontage des Standbilds angespannt. Die Errichtung der Statue des früheren PKK-Kommandeurs Mahsum Korkmaz am Sonntag hatte den Zorn türkischer Nationalisten erregt.

Korkmaz hatte im Jahr 1984 die ersten Aktionen des kurdischen Aufstand gegen die türkischen Regierung geplant. Zwei Jahre später wurde er von den türkischen Streitkräften getötet. Seitdem wird er von vielen Kurden als Märtyrer verehrt. Die örtlichen kurdischen Behörden weihten am Sonntag anlässlich des 30. Jahrestags des Aufstandsbeginns eine Statue zu seinen Ehren auf dem Friedhof für PKK-Kämpfer ein. Sie zeigte Korkmaz auf einem hohen Sockel in Kampfuniform mit einem Gewehr an der Seite.

Die Nationalisten reagierten jedoch empört auf das Denkmal. Sie übten zudem Kritik an Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Der islamisch-konservative Politiker hatte in seiner Amtszeit eine Reihe von Maßnahmen zugunsten der kurdischen Minderheit ergriffen und im Herbst 2012 auch Verhandlungen mit der PKK aufgenommen. Auf eine Klage des Gouverneurs der Region Diyarbakir hin ordnete ein Richter in Lice noch am Sonntag die Demontage der Statue an.

AFP

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