Assads Truppen kesseln Aleppos Rebellengebiete ein

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Offiziell gilt in Syrien eine Waffenruhe seitens der Regierung. In der in Trümmern liegenden Stadt Aleppo kam es dennoch zu heftigen Kämpfen. Foto: Zouhir Al Shimale/Archiv

Die von der syrischen Führung verkündete Waffenruhe hält nur kurz. In einer großen Offensive rücken Regimetruppen auf die Metropole Aleppo vor. Die Rebellen dort geraten immer mehr in die Enge.

Damaskus (dpa) - Syrische Regimetruppen haben trotz einer Waffenruhe die von Rebellen kontrollierten Gebiete in der heftig umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Armee und ihre Verbündeten rückten so nah an die letzte Verbindungsstraße der Regimegegner in Aleppo heran, dass sie die Route in Richtung Türkei unter Feuer nehmen konnten. Die Strecke sei vollständig unterbrochen, sagte Sakaria Malahafdschi, ein Sprecher der Rebellengruppe Fastakim.

Die heftigen Kämpfe gingen unvermindert weiter. Die Situation könne sich jederzeit wieder ändern, sagte der Sprecher der Rebellen. Die Regimegegner schickten demnach Verstärkungen nach Aleppo.

Trotz einer am Mittwoch verkündeten dreitägigen Waffenruhe hatten syrische Eliteeinheiten zuvor eine Offensive begonnen. Dabei wurden sie von heftigen Luftangriffen der russischen Luftwaffe unterstützt, wie es aus syrischen Militärkreisen hieß. Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete von Syriens Präsident Baschar al-Assad. Die Waffenruhe sollte eigentlich bis zum Ende der Feierlichkeiten zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan am Freitag dauern.

Die Truppen des Staatschefs versuchen schon seit langem, die Rebellen in Aleppo von der Außenwelt abzuschneiden. Die Stadt ist seit Jahren heftig umkämpft und zwischen der Regierung und Oppositionskräften geteilt. In den Rebellengebieten im Osten der Stadt leben nach verschiedenen Schätzungen zwischen einigen Zehntausend und 250 000 Menschen. Eine Blockade dieses Teils von Aleppo wäre ein massiver Rückschlag für die Oppositionskräfte.

Das Regime habe die Feuerpause nur vorgeschoben, sagte Mahmud al-Schami, ein Aktivist aus Aleppo, der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist ein neues Manöver des Regimes, um Vorteile zu erlangen." Sana berichtete hingegen, die Regierungskräfte seien gegen "Terroristen" vorgegangen. So bezeichnet Syriens Führung alle Rebellengruppen.

Bereits im Februar hatten sich die USA und Russland auf eine Feuerpause für Syrien geeinigt, die jedoch nach und nach immer brüchiger wurde. Eine dauerhafte Waffenruhe gilt als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der abgebrochenen Genfer Friedensgespräche. Die Delegation der Opposition hatte sich aus Protest gegen einen Anstieg der Gewalt von den Verhandlungen zurückgezogen.

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